Spielabbruch Plötzlich stand Berti Vogts im Dunkeln

Der Auftritt von Berti Vogts mit der schottischen Fußball-Nationalmannschaft im Testspiel gegen Spanien hat in Valencia ein abruptes Ende genommen. Nachdem ein Unwetter für einen kompletten Stromausfall gesorgt hatte, musste der Schiedsrichter die Partie abbrechen. Dabei hatten sich die Schotten bis dahin tapfer geschlagen.


Stromausfall in Valencia: Spanische Spieler beim Abgang in die Katakomben
AFP

Stromausfall in Valencia: Spanische Spieler beim Abgang in die Katakomben

Valencia - Bis zur 60. Minute konnte Schottlands Nationalcoach Berti Vogts auf einen Sieg in Spanien hoffen, dann führten sintflutartige Regenfälle in Valencia beim Stande von 1:1 (0:1) zum Abbruch des Testspiels zwischen Schottlands Fußball-Nationalmannschaft und den Gastgebern.

Eine verunglückte Kopfball-Abwehr von Ruben Baraja nach einer Flanke von James McFadden hatte die Schotten in der 18. Minute in Führung gebracht, der eingewechselte Raul verwandelte in der 57. Minute einen Strafstoß zum 1:1, ehe der Rasen so unter Wasser stand, dass sich der französische Schiedsrichter Stephane Bre nach einer zunächst 30 Minuten langen Unterbrechung nur noch zum Spielabbruch entscheiden konnte. Zuvor hatte ein Kurzschluss zum fast totalen Ausfall der Flutlichtanlage geführt. "Dass uns so etwas ausgerechnet im sonst so sonnigen Spanien passiert, ist kaum zu glauben", wunderte sich Vogts über das eher schottische Wetter.

Der in Schottland mächtig unter Druck stehende ehemalige deutsche Bundestrainer bewies in Valencia mit seiner Aufstellung eine glückliche Hand. In 60 Minuten gelang es den Spaniern nicht, die Schotten unter Kontrolle zu bringen. Die Mannschaft von Vogts, die am Mittwoch in der WM-Qualifikation auf Slowenien trifft, hatte weitere gute Möglichkeiten. So hätte Stevie Crawford in der 28. Minute auf 2:0 erhöhen können, Spaniens Torhüter Iker Casillas rettete in höchster Not. Casillas machte auch einen gefährlichen Freistoß von Barry Ferguson zunichte, Verteidiger Carles Puyol hatte schon in der 17. Minute auf der Linie retten müssen.

Erst als Trainer Luis Aragones Real Madrids Angreifer Raul nach der Halbzeit einwechselte, kamen die Spanier stärker auf, ohne jedoch nach Rauls verwandeltem Elfmeter vor dem großen Regen das Spiel noch zu ihren Gunsten entscheiden zu können.

Zweikampf zwischen Spaniens Ruben Baraja (l.) und Barry Ferguson: "Klar das bessere Team"
AFP

Zweikampf zwischen Spaniens Ruben Baraja (l.) und Barry Ferguson: "Klar das bessere Team"

"Der Schiedsrichter war viel zu nachgiebig, was die Schotten anging", beschwerte sich Spaniens Coach Aragones über die harte Gangart der Gäste, "die haben einige kriminelle Tacklings hingelegt und für ein Freundschaftsspiel viel zu hart gespielt."

Vogts sah die Dinge verständlicherweise anders, besonders nach der zuletzt schwachen Vorstellung gegen Ungarn (0:3-Schlappe in Glasgow). "Es war schade, dass wir nicht weiterspielen konnten, denn es war ein starkes und unterhaltsames Spiel", stellte Vogts zufrieden fest, "wir haben gegen eine technisch überlegenen Mannschaft gut mitgehalten und haben zeigen können, dass das Ungarn-Spiel ein Ausrutscher war. Wir waren das klar bessere Team, aber wir müssen lernen unsere Chancen besser zu nutzen. Besonders wenn nur noch der Torhüter vor einem steht."

Schottland beginnt seine WM-Qualifikation in Gruppe 5 am kommenden Mittwoch mit einem Heimspiel gegen Slowenien. Spanien trifft in Gruppe 7 in Zenica auf Bosnien-Herzegowina.



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