Verhandlungen mit Liga gescheitert Spanische Fußballerinnen zum Streik entschlossen

Mehr als 90 Prozent der Spielerinnen haben dafür gestimmt: Spaniens Fußballerinnen wollen die Liga bestreiken. Sie reagieren damit darauf, dass ihre Forderungen nach besseren Verträgen nicht erfüllt werden.

Bei der WM waren Spaniens Spielerinnen noch gegen die DFB-Elf aktiv, jetzt wollen sie streiken
Denis Charlet AFP

Bei der WM waren Spaniens Spielerinnen noch gegen die DFB-Elf aktiv, jetzt wollen sie streiken


Die Spielerinnen der ersten spanischen Fußball-Liga (Primera Iberdrola) haben zu einem Streik aufgerufen. Die Spielervereinigung und die Vereinigung der Klubs hatten sich nach über einem Jahr von Verhandlungen nicht auf einen Tarifvertrag einigen können. Am Dienstag hatten 93 Prozent der 180 anwesenden Spielerinnen, die sich in einem Madrider Hotel getroffen hatten, für eine Arbeitsniederlegung gestimmt.

"Wir verhandeln seit mehr als einem Jahr. Es gab bereits 18 Treffen und die Verhandlungen stagnieren", sagte die ehemalige spanische Nationaltorhüterin Ainoa Tirapu gegenüber Radio Marca. Das erste Meeting hatte am 4. Oktober 2018 stattgefunden. Die Spielervereinigung fordert, dass sie wie ihre männlichen Kollegen behandelt wird.

"Wir sind zu 100 Prozent Fußballerinnen. Weil wir früh schlafen gehen, wenn wir trainieren. Wir achten darauf, was wir essen. Wir stehen für Termine des Klubs zur Verfügung", betonte Tirapu: "Unsere Absicht ist es, zunächst eine Einigung über 75 Prozent Tageslohn zu erzielen und im nächsten Jahr Vollzeitverträge zu unterzeichnen", sagte Tirapu. 75 Prozent würden einem Jahresgehalt von 12.000 Euro entsprechen.

"Was die Spieler brauchen, ist ein Arbeitsvertrag, der ihre Rechte garantiert. Sie sind Vollzeit-Fußballerinnen", sagte David Aganzo, Präsident des Verbandes der spanischen Fußballer (AFE), in einer Erklärung. "Wir kämpfen nicht nur für uns selbst, sondern auch für zukünftige Generationen", betonte Tirapu.

Der Sachverhalt ist vergleichbar mit dem der US-Fußballerinnen. Die Klage der US-Girls gegen ihren nationalen Verband wegen Diskriminierung und auf gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen wird im Mai kommenden Jahres vor Gericht verhandelt.

Die Weltmeisterinnen um Starspielerin Megan Rapinoe hatten Anfang März wegen ihrer im Vergleich zu den US-Männern geringeren Bezahlung und schlechteren Arbeitsbedingungen rechtliche Schritte eingeleitet. In der Folge waren Verhandlungen mit dem Verband über eine Einigung in einer Sackgasse geendet.

aha/sid



insgesamt 2 Beiträge
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zaunreiter35 23.10.2019
1. Bevor wieder das Geschrei
derer losgeht, die Gleichstellung ablehnen, da der sog. "Fußballzirkus" eh kapitalistisch sei und man sich am Markt orientieren müsse, gleichzeitig aber keine Hemmungen haben, den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim und RB Leipzig ablehnen, weil kapitalistisch orientiert, möchte ich noch was zu den Forderungen sagen. Die Spielerinnen streiken ja nicht nur für Geld, sie streiken auch für besseren Krankenschutz. Ob das bei einem Halbtagesvertrag gegeben ist, weiß ich nicht, aber wer will schon halbe Tage angestellt sein. Btw...frage ich mich, wo Lieke Martens abgeblieben ist. Zuletzt bei der WM spielte sie mit einem angebrochenen Zeh. Und bei den bisherigen Spielen in der UWCL habe ich sie nicht bei Barca femenin gesehen. Das ist auch so eine Frage, wer übernimmt die Kosten für sowas, die Spielerin selbst, der Verein oder in diesem Fall der KNVB. Was mich dann auch wieder zum Vergleich zu den US-amerikanischen Weltmeisterinnen bringt...Die Nationalspielerinnen sind bei us-soccer angestellt, die anderen Spielerinnen der NWSL bei Portland, NC Courage, Chicago etc. Und ich weiß nicht, ob z.b. die Timbers und die Thorns in Portland die gleiche Krankenversicherung haben.
timon.n.schneider 23.10.2019
2. Die Zahlen verwirren mich
Was sollen die 100%? Was bedeuten die 12.000€ Jahresgehalt? Die Frauen streiken ja wohl nicht für 12.000€, sondern mehr? Ist das alles korrekt? Warum hat jede Website die wortgleiche Meldung, ohne dass eine Agentur zitiert wird? Bevor Frauen jetzt das gleiche verdienen wird eher der Frauenprofifußball abgeschafft. Man sollte aber unbedingt Dinge in die Wege leiten, die für eine Angleichung sorgen.
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