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19. Dezember 2011, 18:07 Uhr

St. Pauli vs. Frankfurt

Angriff auf die Fortuna

Zum ersten Mal in dieser Saison verloren - und schon ist die Tabellenführung in Gefahr. Am Montag will Eintracht Frankfurt im Top-Spiel beim FC St. Pauli den Patzer von Fortuna Düsseldorf ausnutzen. Die Hamburger können den Aufstiegskampf noch spannender machen und kündigen ein Highlight an.

Hamburg - Kein Spiel hatte Fortuna Düsseldorf zuvor verloren, zwölf von 18 Partien gewonnen. Vergangenen Freitag riss die Serie. Ausgerechnet in der eigenen Arena verlor das Team von Trainer Norbert Meier zum ersten Mal in dieser Spielzeit, unterlag dem SC Paderborn 2:3. Und plötzlich ist auch die Tabellenführung in Gefahr.

Am Montagabend will Eintracht Frankfurt mit einem Sieg beim FC St. Pauli (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) aufgrund der besseren Tordifferenz an den Düsseldorfern vorbeiziehen und Platz eins erobern. Noch liegen die Frankfurter mit 39 Punkten hinter Düsseldorf (42 Punkte) und Fürth (40). Doch nicht nur Frankfurt kann am Montag einen wichtigen Schritt Richtung Bundesliga machen, auch St. Pauli (36) hat die Aufstiegsplätze im Visier, würde bei einem Sieg an Paderborn (39) vorbei auf Rang vier klettern.

Doch gerade gegen die direkte Konkurrenz tat sich St. Pauli bislang schwer: Unentschieden gegen Frankfurt (1:1), den Tabellenzweiten Greuther Fürth (2:2) und Paderborn (1:1), dazu eine 1:3-Pleite gegen Düsseldorf. "Wir wollen zum Jahresende noch mal ein absolutes Highlight präsentieren und zeigen, was wir spielerisch draufhaben", kündigte St. Pauli-Coach André Schubert im "Hamburger Abendblatt" an. "Wir müssen zeigen, dass wir den Anspruch haben, oben mitzuspielen", so der 40-Jährige.

"Wir werden das verdauen und dann wieder marschieren"

In Frankfurt hält man sich vor dem Top-Spiel mit Kampfansagen zurück. "Es ist für mich nicht bedeutend, Tabellenführer zu sein", sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. Zuvor hatte er noch gefordert, vier Punkte aus den Partien gegen Fürth (0:0) und St. Pauli zu holen. Von seiner Mannschaft, die sich nach der Winterpause sehne, fordert der 50-Jährige noch einmal eine "hochkonzentrierte Leistung. Wir müssen uns noch einmal zusammenreißen."

Aufgrund der engen Situation an der Spitze bleibt man bei der Fortuna ruhig. "Irgendwann bist du einfach mal fällig, und gegen Paderborn waren wir fällig", sagte Fortuna-Coach Meier: "Das darf die Mannschaft nicht umwerfen, sondern muss ihr ganz klar vor Augen führen, was sie immer wieder abrufen muss." Zuletzt hatte Düsseldorf am 18. März 0:1 beim MSV Duisburg verloren.

Nicht nur Meier blieb gelassen, auch seinen Kapitän beunruhigte die erste Niederlage seit 27 Pflichtspielen nicht. "Bei den Standards haben wir sie praktisch zum Toreschießen eingeladen. Die Niederlage ist aber kein Weltuntergang", sagte Andreas Lambertz. "Wir werden das verdauen und dann wieder marschieren."

Die Paderborner jubeln ebenfalls über ihren tollen Lauf von 15 Partien ohne Niederlage. Das Team von Trainer Roger Schmidt liegt mit 39 Punkten nur drei Punkte hinter Düsseldorf auf dem vierten Platz. "So eine Hinrunde macht uns mächtig stolz. Dass wir beim ungeschlagenen Spitzenreiter gewinnen, zeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen", sagte Stürmer Nick Proschwitz, der das 1:0 erzielte und mit zwölf Treffern die Torschützenliste der zweiten Liga anführt.

Vom Aufstieg träumen sie in Paderborn jedoch nicht - zumindest offiziell. "Wir werden versuchen, diesen Fußball so lange wie möglich auf den Platz zu bringen und oben dran zu bleiben", so SCP-Coach Schmidt. Gegen Düsseldorf habe seine Mannschaft für ihre Verhältnisse "großartig und leidenschaftlich gespielt" und daher verdient gewonnen, sagte der 44-Jährige. Vor allem hat sein Team den Aufstiegskampf aber noch spannender gemacht.

FC St. Pauli - Eintracht Frankfurt
(voraussichtliche Aufstellungen)
St. Pauli: Tschauner - Schachten, Thorandt, Gunesch, Kalla - Boll, Funk - Bartels, Kruse, Daube - Ebbers
Frankfurt: Nikolov - Jung, Anderson, Schildenfeld, Djakpa - Schwegler - Rode, Köhler - Meier - Gekas, Idrissou

max/dpa/sid

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