Stadiensicherheit Politiker wollen Bedenken ernst nehmen

Trotz der Empörung von Sportfunktionären könnte die Kritik der Stiftung Warentest an der Sicherheit in deutschen WM-Fußballstadien zu Konsequenzen führen: Jetzt bringen Politiker eine Finanzspritze vom Bund ins Spiel.


Berlin - "Der Bund hat zumindest für das Berliner Olympiastadion und das Leipziger Zentralstadion eine gewisse Verantwortung, weil sie erst vor kurzem mit mehreren hundert Millionen Euro Steuergeld saniert worden sind", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Peter Danckert, der Tageszeitung "Die Welt". Der SPD-Politiker könne sich vorstellen, dass der Bund "in Vorkasse" trete. Vermieden werden müsse ein monatelanger Streit darüber, wer die Kosten für die Beseitigung der Mängel übernehme.

"Für einen langen Streit gibt es so kurz vor der WM keine Zeit mehr. Hauptanliegen muss jetzt sein, dass die Stadien zum Anpfiff sicher sind", sagte Danckert. Daran müssten alle mitwirken - die Politik, die Betreiber der Stadien, der Fußballverband Fifa und das WM-Organisationskomitee. Dann ließe sich die "Sicherheit noch rechtzeitig verbessern".

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WM-Stadien-Fotostrecke: Die Untersuchungsergebnisse im Überblick

Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) plädierte dafür, die Kritik der Stiftung Warentest an der Sicherheit der Stadien ernst zu nehmen. "Es sind noch 150 Tage bis zum Beginn der WM, also genügend Zeit, um notwendige und sinnvolle Ergänzungen der baulichen Bedingungen in den WM-Stadien umzusetzen", sagte er der "Berliner Zeitung".

Gestern hatte die Stiftung Warentest bemängelt, der Ausbruch einer Massenpanik könnte aufgrund baulicher Mängel einiger Stadien verheerende Folgen haben. Am schlechtesten schnitten die Arenen in Berlin, Leipzig, Gelsenkirchen und Kaiserslautern ab. Der Deutsche Fußballbund wies die Kritik zurück.

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Emme, 11.01.2006
1.
Also ich freu mich auf die WM! Habe zwar leider keine Karten, aber das Erlebnis auf den Plätzen mit Großleinwand wird bestimmt auch toll! Was diese Stiftung Warentest Heinis angeht, hab ich die selbe Meinung wie Franz Beckenbauer! Diese Typen wollen sich nur über die WM profilieren! Wir haben die besten Stadien der Welt! 2010 ist WM in Südafrika! Würd mich ja mal interessieren, was die Stiftung Warentest dann für ein Urteil über die Stadien dort abgeben wird! Natürlich sieht es in einigen Stadien schlecht aus wenn es zu einer Panik kommt! Aber die Panik ist doch mit der schlimmste Fall der eintreffen kann! Die Sicherheit um die Stadien herum wird extrem hoch sein. Und bei einer wirklichen Panik ist die Sicherheit in keinem Stadion der Welt gewährleistet! Ich denke die WM wird großartig! Auf das uns Poldi & Co zum Titel schießen!
Paolo, 11.01.2006
2. Kritik = Nörgelei??
---Zitat von sysop--- Die Euphorie vor der kommenden Fußball-WM steigert sich kontinuierlich. Mahnende Stimmen wie jüngst die der Stiftung Warentest passen offenbar nicht recht ins Bild. Entsteht der fatale Eindruck, Kritik an der Organisation sei unerwünscht? Oder sind wir schon vor dem Start des Fußballfestes die Weltmeister im Nörgeln? ---Zitatende--- Seit einiger Zeit wird jedwede Kritik in D automatisch als Nörgelei diskreditiert. Und damit wird von den Verantwortlichen jede weitere Diskussion im Keim erstickt aus Angst, man könne wegen eigener Dummheit sein Gesicht, seinen Posten, seine Pfründe und vor allem sein Geld/seine Macht verlieren. FB ist das jüngste Beispiel.
Mischa Dreesbach, 11.01.2006
3. Re: Fußball-WM - Kritik unerwünscht?
Hach, jetzt wird "uns" wieder unterstellt, wir seien "Weltmeister im Nörgeln". Nein, sind "wir" nicht! Leider ist es seit geraumer Zeit so, daß jegliche Kritik (sei sie berechtigt, oder nicht) gleich als Nörgelei und Jammerei verunglimpft wird. Seine Exzellenz (Kaiser Franz, der Letzte) ist da ein herausragendes Beispiel für, wie man versucht, jede Kritik im Keim zu ersticken. Dabei sind dessen Äußerungen in der BILD so wichtig, wie Flatulenzen nach einem Erbseneintopf... MfG Mischa Dreesbach
Stefan Wiegand, 11.01.2006
4. DFB - Staat im Staat?
Der DFB hat nun mal sein eigenes Hohheitsterritorium, sogar mit eigener Gerichtsbarkeit. Da darf sich niemand hineinwagen, schon gar nicht mit Kritik. Und über allem steht ohnehin der Kaiser. Warum kritisiert niemand die Stiftung Warentest dafür, dass sie die Eissporthallen Bayerns noch nicht untersucht hat? Der DFB kassiert viel Geld für Übertragungsrechte (Bundelliga). Kann er davon nicht die Aufwendungen des Staates für Polizeieinsätze, Sicherheit, Verkehrsregelung etc. bezahlen? Dann hätte der Staat wieder mehr Geld für Renovierung und Neubau von Schulen und Eissporthallen.
uachtaran, 11.01.2006
5. Heerführer Beckenbauer
"Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen" Ähm, von diesem Heer ist Beckenbauer dann aber mindestens Vorsitzender, Vize und Ehrenvorsitzender in einer Person, oder? Und dann ständig diese Behauptung, ER habe die WM nach Deutschland geholt...ts, ts. http://www.titanic-magazin.de/archiv/0800/wm1.php (Wollte das eigentlich von vornherein in diesem Thread schreiben, den gab's aber heute morgen noch nicht)
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