Stadion-Streit FC Bayern verklagt Lokalrivalen 1860 München

Ein empörter Uli Hoeneß ist verbal auf die Verantwortlichen von 1860 München losgegangen. Der Bayern-Manager wirft dem Mieter der Allianz-Arena vor, für die VIP-Bewirtung viel weniger als vertraglich vereinbart zu zahlen. "Das ist Geld, das sie uns klauen." Eine Klage ist schon eingereicht.

Bayern-Manager Hoeneß: "Seriöse Zusammenarbeit kaum möglich"
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Bayern-Manager Hoeneß: "Seriöse Zusammenarbeit kaum möglich"


Hamburg - Im Dauerstreit zwischen dem FC Bayern München und seinem Lokalrivalen TSV 1860 München bahnt sich eine Auseinandersetzung vor Gericht an. Die "Löwen" zahlen seit Saisonbeginn nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3000 Business-Plätzen in der Allianz Arena, behauptet der FC Bayern. Das bringt die Stadion GmbH als hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG nach Angaben von Manager Uli Hoeneß um Einnahmen von 50.000 Euro pro Heimspiel des TSV 1860 in der Zweiten Liga. "Das ist Geld, das sie uns klauen", wird Hoeneß in der "tz" zitiert.

Das Münchner Landgericht bestätigte die Eingabe der Stadion GmbH (Aktenzeichen: 3HKO17908/09), einen Prozesstermin gebe es aber noch nicht. "Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist", beklagte sich Hoeneß. Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen bezahlen will, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Sitzplätze bei "Löwen"-Heimspielen nicht.

Die vertragliche Vereinbarung, wonach beide Clubs angeblich jeweils zwei Millionen Euro pro Saison aufbringen müssen, hält 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers für "nicht haltbar". Der Club hoffe "noch auf eine außergerichtliche Einigung". Man sei "fest überzeugt, im Recht zu sein".

In einer Pressemitteilung wird Stoffel noch deutlicher: "Herr Hoeneß behauptet doch glatt, wir würden dem FC Bayern Geld klauen. Das ist eine unverfrorene Behauptung". Die Vereinbarung über die Catering-Pauschale hält Stoffers für nicht haltbar: "1860 soll allein für die Bewirtschaftung des Business-Bereichs bis 2025 über 40 Millionen Euro zahlen. Alle Versuche, den Vertrag den tatsächlichen Kräfteverhältnissen anzupassen, wurden kategorisch abgelehnt."

Rund 5,3 Millionen Euro Stadionmiete pro Saison für 1860

Seit 2005 spielen der FC Bayern und 1860 in der damals für mehr als 300 Millionen Euro gemeinsam errichteten WM-Arena. Die "Löwen" konnten die Kosten als Zweitligist aber von Anfang an kaum stemmen. 2006 verkauften sie ihre Stadionanteile für elf Millionen Euro an den FC Bayern, entgingen so einer angeblich drohenden Insolvenz und wurden Mieter. Rund 5,3 Millionen Euro sind pro Saison fällig.

Immer wieder wird bei den "Löwen" ein Auszug aus der Arena diskutiert. Am Dienstag will die "Projektgruppe Stadion-Zukunft" Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren. "Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet", sagte derweil Hoeneß, der den "Löwen" vorwirft, "jahrelang katastrophal gewirtschaftet" zu haben.

goe/dpa



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Dylan1941, 22.08.2009
1. Quo vadis FCB ?
Wie ich bereits vor 2 1/2 Jahren schrieb ist die dominante Ära vorbei und UH hat den grössten Anteil daran.
thiber 22.08.2009
2. ...
Mit den Auswirkungen der "Ära" Klinsmann werden die Bayern noch einige Zeit zu kämpfen haben. Van Gaal ist auch nicht unbedingt der Richtige, um die Aufarbeitung umzusetzen. Der macht selbst zuviele Baustelle auf. So beruht der schlechte Start insbesondere auf den Weggängen von Lucio und Zé Roberto. Und die waren haus-/Van Gaal-gemacht. Drei falsche Trainer hintereinander wird wohl auch die Führung der Bayern nicht einstellen. Die Nach-Van Gall-Zeit wird wohl wieder besser werden.
Ylex 22.08.2009
3. Der Untergang
Das Ende des fußballerischen Weißwurst-Wahns ist nah, nur noch Mau-Mau bei Weiß-Blau, Deutschland atmet auf, endlich befreit vom bajuwarischen Joch - Uli, denk' an Ludwig II, der Starnberger See ist nicht weit.
leopoldy 22.08.2009
4. Mir san mir....
Ja, der viel gescholtene JK ist scheinbar doch besser als der Mann aus Hollland. Der hatte 5 Punkte auf dem Konto. War von Anfang an fraglich, ob eine Hollandisierung des FCB sich wirklich auszahlt. Habe ich so schon vor einigen Wochen geschrieben. Wenn es mit dem FCB abwärts gehen sollte, stört mich relativ wenig. Der arrogante Vorstand mit dem naturgesetzmäßigen Anspruch auf die Meisterschaft hätte mal einen ordentlichen Dämpfer verdient. Der deutsche Fußball muß sogar aus mehr bestehen, als nur aus dem Fc Bayern.
Viper2024, 22.08.2009
5. Super Verstärkungen
Man verkauft mit Ze Roberto und Lucio die besten Bayernspieler der letzten Jahre, kauft dafür nur mittelmäßige Ergänzungsspieler (Braafheid, Pranjic,...) und wundert sich dann über so einen Saisonstart. Man hätte lieber Van Buyten, Ribery und Schweinsteiger verkaufen sollen und dafür richtige Verstärkungen kaufen sollen. Die Abwehr ist jedenfalls anfällig und das weiß man nicht erst seit dem Spiel gegen Barca sondern bereits seit St. Petersburg. Und dem Mittelfeld fehlt ohne Ribery jegliche Kreativität, weshalb ich schnellstens Van der Vaart verpflichten würde.
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