Start in die Königsklasse Perisics Traumtor rettet BVB, Bayer unterliegt mit Ballack

Als keiner mehr damit rechnete, schlug Ivan Perisic zu: Der Kroate sicherte Borussia Dortmund beim Champions-League-Auftakt gegen den FC Arsenal ein Unentschieden. Bayer Leverkusen ging beim FC Chelsea leer aus - Michael Ballack vergab die größte Chance.

Von Jan Reschke und


Hamburg - Die deutsch-englischen Duelle zum Auftakt der Champions League zwischen Borussia Dortmund und dem FC Arsenal sowie dem FC Chelsea und Bayer Leverkusen schienen zunächst eine klare Angelegenheit für die Clubs der Premier League zu werden. Doch kurz vor dem Ende gelang dem eingewechselten Ivan Perisic für den BVB mit einem spektakulären Tor noch der 1:1-Ausgleich: Ein hoher Ball kam etwa zwei Meter vor der Strafraumgrenze zu Perisic, der zog mit links direkt ab und der Ball landete über sämtliche Spieler hinweg im Winkel zum Ausgleich. Robin van Persie (42.) hatte in der ersten Hälfte die Führung für die Gäste erzielt. Leverkusen hingegen verlor 0:2 (0:0): David Luiz traf in der 67. Minute zur Führung, Mata in der Nachspielzeit zum Endstand.

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte seine Mannschaft im Gegensatz zur 1:2-Pleite gegen Hertha BSC Berlin auf zwei Positionen verändert. Im rechten offensiven Mittelfeld spielte der in der Bundesliga gesperrte Mario Götze. Für ihn musste Jakub Blaszczykowski auf die Bank. Im defensiven Mittelfeld begann Sebastian Kehl anstelle von Ilkay Gündogan. Bei Arsenal lief der erst kürzlich verpflichtete ehemalige Bremer Per Mertesacker in der Abwehr auf.

Arsenals Trainer Arsène Wenger durfte hingegen noch nicht einmal auf der Bank Platz nehmen. Schon beim Hinspiel des Champions-League-Qualifikationsduells gegen Udinese Calcio hatte der Trainer den Innenraum nicht betreten dürfen - allerdings hatte er von der Tribüne aus seinen Assistenten mit einem Handy angerufen, um ihm taktische Anweisungen zu geben. Daraufhin wurde er von der Uefa für zwei weitere Partien gesperrt.

Etliche Chancen für den BVB in der Anfangsphase

Für Dortmund war es die erste Champions-League-Partie seit acht Jahren. Eigens dafür hatten die Dortmunder Zuschauer auf der Südtribüne vor dem Spiel eine tolle Choreografie inszeniert, in dessen Verlauf eine riesige Krone zu sehen war. Und es war wahrhaft königlich, was die Dortmunder in den ersten Minuten boten.

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Champions League: Perisic mit Auge, Ballack im Pech
Nervosität beim Deutschen Meister? Keineswegs. Die Anfangsphase dominierte der BVB. Zwar kam Gervinho in der fünften Minute in der Nähe des Dortmunder Fünfmeterraumes nach einem Fehler von Mats Hummels fast an den Ball, doch der Innenverteidiger machte seinen Fehler wieder gut und klärte. Im direkten Gegenzug hatte Kevin Großkreutz nach einem Konter eine gute Einschussgelegenheit, sein Schuss landete jedoch über dem Tor.

Nur vier Minuten später vergab Shinji Kagawa völlig frei vor dem Tor von Arsenal. Anstatt weiter auf das Tor zuzulaufen, drosch der Japaner den Ball von der Strafraumgrenze leichtfertig auf die Tribüne. Es ging Schlag auf Schlag, nur eine Minute später konnte auch Robert Lewandowski den Ball nicht im Tor unterbringen - obwohl er Torwart Wojciech Szczesny schon ausgespielt hatte.

Klopps Wechsel sorgt für Punktgewinn

Dortmund bestimmte zu diesem Zeitpunkt die Partie, Arsenal kam nur gelegentlich in die gegnerische Hälfte. Erst Mitte der ersten Hälfte konnte der Premier-League-Club die Partie offener gestalten. In der 33. Minute klärte Roman Weidenfeller einen Schuss von Robin van Persie gerade noch zur Ecke.

Die Führung in der 43. Minute für Arsenal fiel etwas überraschend. Nach einem groben Fehler von Sebastian Kehl kam van Persie frei zum Schuss und überwand Weidenfeller zum 1:0. Mit diesem Ergebnis ging es in die Halbzeit. "Wir haben einen furiosen Start gehabt und drei hundertprozentige Möglichkeiten, da darf man schon mal einen machen und jetzt laufen wir hinterher", so BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der Pause.

In der zweiten Hälfte verzichtete BVB-Trainer Klopp zunächst auf Wechsel. Doch gerade in der Offensive zeigte sich der Deutsche Meister in dieser Phase wenig zielstrebig. In der Abwehr konnten Neven Subotic und Lukasz Piszczek Gervinho in der 61. Minute nicht stoppen. Weidenfeller verhinderte im Duell eins gegen eins das 0:2.

Acht Minuten später reagierte Klopp. Er brachte Blaszczykowski für Kehl und Perisic für Großkreutz. Zunächst machte sich der Wechsel nicht bezahlt. Dortmund tat sich schwer, klare Chancen herauszuspielen. Es deutete bereits alles auf eine Auftaktniederlage hin, da gelang Perisic in der 88. Minute mit seinem Traumtor der Ausgleich für den Bundesligisten, der letztlich für einen Punkt reichte.

"Es war super gerecht heute. Das ist im Fußball leider nicht immer so. Wir haben über 90 Minuten ein richtig klasse Spiel gemacht. Wir waren frech, wir waren mutig und sind am Ende dafür belohnt worden", sagte BVB-Trainer Klopp.

Borussia Dortmund - FC Arsenal 1:1 (0:1)
0:1 van Persie (42.)
1:1 Perisic (88.)
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Kehl (69. Blaszczykowski) - Götze, Kagawa (85. Zidan), Großkreutz (69. Perisic) - Lewandowski
Arsenal: Szczesny - Sagna, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Song, Arteta - Walcott (76. Frimpong), Benayoun, Gervinho (86. Santos) - van Persie (86. Chamakh)Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien)
Zuschauer: 65.590 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schmelzer - Sagna

insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
nils.tolksdorf 13.09.2011
1. Völlig falscher Spielbericht zum Leverkusen Spiel
Ich frage mich wirklich ob der Autor das Spiel von Leverkusen gesehen hat?! Davon zu reden, dass Bayer "in keiner Phase" Chelseas Sturm unter Kontrolle hatte, ist völliger Unsinn. Darüberhinaus war Leverkusen besonders nach der zweiten Halbzeit die ersten 20 Minuten klar überlegen! In dem Artikel entsteht der Eindruck, Leverkusen sei das ganze Spiel über unterlegen gewesen und habe lediglich gekontert. Die Realität sah aber so aus, dass Leverkusen über weite Teile des Spiels zumindest auf gleichwertigem Niveau gespielt hat!
Haio Forler 14.09.2011
2. .
Zitat von sysopBorussia Dortmund hat sich beim Start der Champions League*in der Schlussphase*ein Remis*gegen Arsenal gesichert. Bayer Leverkusen blieb gegen Chelsea ohne Punkte. Der FC Barcelona und AC Mailand lieferten sich eine packende Partie. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,786093,00.html
Michael Ballast - den Älteren unter uns ein Begriff - ist halt nicht mehr der, der er mal vor 10 Jahren war ...
simie 14.09.2011
3. Gutes Spiel des BVB
Leider das alte Problem des BVB der mangelnden Chancenverwertung zu sehen. Das Spiel hätte man auch gewinnen könnnen. Mit einer solchen Leistung auch in den folgenden Spielen könnte sogar der 2. Platz in der Gruppe drin sein.
flexscan 14.09.2011
4.
Was soll denn die dümmliche Phrase "Als keiner mehr damit rechnete"!? Der BvB war doch bis zum Schluss bemüht ein Tor zu erzielen. Die Biene Majas im Stadion schienen mir auch nicht gerade den Eindruck zu vermitteln, sie hätten sich schon mit einer Niederlage abgefunden. Ansonsten hat sich beim BvB das fortgesetzt, was man schon (fast) die ganze Saison sehen konnte: Die Leichtigkeit der Vorsaison ist verschwunden, die miserable Chancenverwertung dagegen geblieben. Und Arsenal? Ein trauriges Auftreten. Die standen mal für unterhaltsames Offensivspiel...
Greg84 14.09.2011
5. ...
Zitat von flexscanWas soll denn die dümmliche Phrase "Als keiner mehr damit rechnete"!? Der BvB war doch bis zum Schluss bemüht ein Tor zu erzielen. Die Biene Majas im Stadion schienen mir auch nicht gerade den Eindruck zu vermitteln, sie hätten sich schon mit einer Niederlage abgefunden. Ansonsten hat sich beim BvB das fortgesetzt, was man schon (fast) die ganze Saison sehen konnte: Die Leichtigkeit der Vorsaison ist verschwunden, die miserable Chancenverwertung dagegen geblieben. Und Arsenal? Ein trauriges Auftreten. Die standen mal für unterhaltsames Offensivspiel...
Naja, ich persönlich hab wirklich nicht mehr mit gerechnet. Spätestens nach dem Versuch von Subotic aus 5 Metern hab ich gedacht, dass es heute wohl einfach nicht sein soll. Verdient war der Punkt natürlich aber das Tor doch eher glücklich. Solche Tore fallen ja nicht gerade in jedem Spiel in Massen. Bei Arsenal sieht man deutlich wie wichtig Fabregas und Nasri für die Mannschaft waren. Wirklich überzeugt haben mich nur van Persie und der Torhüter. Was dieser Gervinho abgezogen hat, konnte ich nie verstehen. Ewig lange Dribblings um dann gegen 4 Dortmunder doch den Ball zu verlieren. Chancenverwertung muss der BVB allerdings noch erhöhen aber das war abzusehen.
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