Uefa-Schiedsrichterin Erste Frau im Super Cup - Stéphanie Frappart pfeift Liverpool gegen Chelsea

Die Uefa setzt ein Zeichen für Gleichstellung im europäischen Spitzenfußball: Als erste Frau wird die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart ein Topspiel im internationalen Männerfußball pfeifen.

Stéphanie Frappart bei einer Partie zwischen dem Amiens SC und Racing Straßburg
Pascal Rossignol / REUTERS

Stéphanie Frappart bei einer Partie zwischen dem Amiens SC und Racing Straßburg


Zuletzt durfte sie das WM-Finale der Frauen pfeifen, nun schreibt sie Geschichte: Die Französin Stéphanie Frappart wird den Uefa Super Cup zwischen Champions-League-Sieger FC Liverpool und Europa-League-Gewinner FC Chelsea am 14. August in Istanbul leiten. Damit wird sie als erste Frau ein bedeutendes Uefa-Pflichtspiel der Männer pfeifen. Das gab der Verband am Freitag bekannt.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin erklärte: "Als europäischer Dachverband legen wir größten Wert darauf, dass sich der Frauenfußball auf allen Ebenen entwickelt." Frappart solle als Vorbild für "Millionen von Mädchen und Frauen in ganz Europa" dienen: "Sie sollen sehen, dass aus jedem Traum Wirklichkeit werden kann."

Laut Roberto Rosetti, oberster Schiedsrichterverantwortlicher bei der Uefa, verfüge Frappart "über das Rüstzeug, auf der großen Bühne zu bestehen". Die 35-Jährige habe "über Jahre hinweg gezeigt, dass sie eine der besten Schiedsrichterinnen ist, und zwar weltweit". Seit 2014 ist Frappart als Schiedsrichterin auch bei den Männern tätig.

Wie bereits bei der Leitung des WM-Finals der Frauen werden Manuela Nicolosi (Frankreich) und Michelle O'Neal (Irland) als Linienrichterinnen fungieren, als Vierter Offizieller ist Cüneyt Cakir (Türkei) und als Videoassistent Clément Turpin (Frankreich) vorgesehen.

Frappart kam im April als erste Schiedsrichterin in der Ligue 1 der Männer zum Einsatz. Allerdings ist sie nicht die erste Schiedsrichterin bei einem Uefa-Pflichtspiel im Männerbereich. Die Schweizerin Nicole Petignat kam schon zwischen 2004 und 2009 bei drei Uefa-Pokal-Qualifikationsspielen zum Einsatz.

mrk/sid

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insgesamt 8 Beiträge
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Crom 02.08.2019
1.
Männer sollen/dürfen bei den Frauen nicht mehr pfeiffen, aber umgedreht ist es gut. Ich kapiere das nicht. Das Geschlecht des Schiedsrichters sollte doch egal sein, ob Damen- oder Herrenfußball.
gnarze 02.08.2019
2.
Hoffentlich klappt die Kommunikation mit den VA dann besser. Während der Frauen-WM waren diese elend langen Unterbrechungen schon ziemlich ätzend - dadurch kamen dann auch die über acht Minuten Nachspielzeit zustande.
doctoronsen 02.08.2019
3. Super Idee
Ich finde das eine super Idee. ALLE Spiele der männlichen Profis sollten von Frauen gepfiffen werden. Dann hört hoffentlich die unsägliche Schauspielerei und Jammerei und das ganze verlogene Tricksen und Täuschen bei den Männern wieder auf. Man erlebte das früher z.B. als Wehrdienstleistender: wenn keine Frauen anwesend sind, bricht das dünne Eis der Zivilisation besonders schnell.
roenga 02.08.2019
4.
Zitat von doctoronsenIch finde das eine super Idee. ALLE Spiele der männlichen Profis sollten von Frauen gepfiffen werden. Dann hört hoffentlich die unsägliche Schauspielerei und Jammerei und das ganze verlogene Tricksen und Täuschen bei den Männern wieder auf. Man erlebte das früher z.B. als Wehrdienstleistender: wenn keine Frauen anwesend sind, bricht das dünne Eis der Zivilisation besonders schnell.
Ach ja? Dann empfehle ich ihnen mal das Spiel England gegen Kamerun (natürlich von einer Frau geleitet): https://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-wm-der-frauen-eklat-gegen-england-kamerun-droht-strafe-a-1274050.html Mehr "unsägliche Schauspielerei und Jammerei und das ganze verlogene Tricksen und Täuschen" geht nicht.
roenga 02.08.2019
5. Kein Problem
Vorausgesetzt, Männer werden als Schiedsrichter im Frauenfußball (wieder) eingesetzt und die Schiedsrichterinnen müssen sich natürlich der teilweise heftigen Kritik stellen, der ihre männlichen Kollegen seit jeher ausgesetzt sind. Das bedingt natürlich, dass die Medien hier ebenso deutlich kritisieren dürfen wie bei den männlichen Schiedsrichtern, ohne gleich mit der Sexismus Keule attackiert zu werden.
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