Steuerskandal in Italien
Staatsanwälte nehmen 35 Profi-Klubs ins Visier
Es geht um Spielertransfers und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe: Italienische Ermittler gehen gegen 64 Akteure aus dem Spitzenfußball vor. Darunter sind auch Vereinsbosse aus der Serie A.
Vereinszentrale des AC Mailand: Razzia von Steuerfahndern
Foto: Marco Luzzani/ Getty Images
Ein Steuerskandal erschüttert den italienischen Fußball: Die Staatsanwaltschaft Neapel hat Ermittlungen gegen 64 Personen aufgenommen, darunter mehrere Präsidenten und Geschäftsführer von Spitzenklubs der Serie A. Der Verdacht lautet auf Steuerhinterziehung und falsche Rechnungen zur Vertuschung der Bilanzen. Das berichten italienische Medien.
Ins Visier der Ermittler sind prominente Figuren von insgesamt 35 Klubs geraten: der Geschäftsführer des AC Mailand, Adriano Galliani, der Eigentümer des SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis, der Präsident von Miroslav Kloses Klub Lazio Rom, Claudio Lotito, sowie der Ex-Geschäftsführer von Juventus Turin, Jean-Claude Blanc.
Ermittelt wird auch gegen den ehemaligen Spieler Hernan Crespo sowie gegen Alessandro Moggi, den Sohn von Ex-Juventus-Sportdirektor Luciano Moggi. Im Rahmen der Ermittlungen wurde unter anderem das Vereinsgebäude des AC Mailand durchsucht, dabei wurden Besitztümer im Wert von zwölf Millionen Euro beschlagnahmt.
Die Ermittlungen kreisen um Spielertransfers, die Klubs sollen den italienischen Fiskus in Millionenhöhe betrogen haben. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "verwurzelten System", um Steuerzahlungen zu vermeiden.