Stimmen zu Klinsmann "ABM für ehemalige Profis"

Rudi Assauer und Jupp Heynckes von Bundesligist Schalke 04 haben den DFB für seine Pläne scharf kritisiert, Jürgen Klinsmann zum Teamchef der Nationalmannschaft zu machen. Ansonsten fielen die Reaktionen jedoch überwiegend positiv aus.


Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Präsident):

Wir sagen erst etwas, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Wir sind in Gesprächen. Ich glaube an eine positive Lösung. Noch sind alle Dinge in der Schwebe.

Oliver Bierhoff (Nationalmannschafts-Manager in spe): Das ist ein großer Schritt des DFB und eine gute Wahl. Jeder weiß, dass ich mit Jürgen gut kann und eine Nähe zum DFB und zur Nationalmannschaft habe. Es ist schön, wenn man da genannt wird, aber bisher habe ich noch keine Gespräche mit dem DFB geführt.

Uli Hoeneß (Manager des FC Bayern): Das ist eine sehr gute Geschichte. Eine sehr mutige Entscheidung des DFB, keine Revolution, aber ein Neuanfang. Ich habe das Gefühl, dass sich die älteren Herren in der TFK richtig ins Zeug gelegt haben. Ich glaube, Franz Beckenbauer war da nicht so involviert. In diesem Team liegt eine große Chance. Jürgen ist ein Mann, der sehr integrationsfähig ist, der Everybody's Darling ist wie damals Rudi Völler und der eine gute Medienpolitik macht. Holger Osieck ist ein sehr erfahrener Mann, und auch Oliver Bierhoff halte ich für sehr fähig und sehr tüchtig. Die Nationalmannschaft braucht einen Manager. Er hat sich sehr gut entwickelt, seit er mit dem Fußball aufgehört hat.

Oliver Kahn (DFB-Kapitän): Ich kenn den Jürgen gut. Er ist ein sehr intelligenter, sehr erfahrener Mann, der sich im internationalen Fußball sehr gut auskennt. Die angedachte Lösung mit dem neuen Trio ist ein Schritt in eine andere Richtung, aber das sind alles sehr erfahrene Leute.

Michael Ballack (Nationalspieler): Wenn es so kommt, ist es eine gute Lösung. Klinsmann hat die nötige Distanz, ist also unbefangen und genießt Sympathien wie vorher Rudi Völler. Als Trainer ist er unerfahren, hat aber Sachverstand und als Spieler große Erfolge. Probleme mit dem Respekt gibt es nicht.

Felix Magath (Trainer des FC Bayern): Eine überraschende, aber eine erfreuliche und gute Wahl. Die ganze Bundesliga muss helfen und der Kontakt enger werden. Wir müssen mehr miteinander reden.

Ottmar Hitzfeld (erster Bundestrainer-Kandidat): Das ist eine sehr gute Lösung. Jürgen Klinsmann hat sehr viel für den deutschen Fußball getan. Er hat viel Erfahrung mit der Nationalmannschaft und als Spieler viele Erfolge gefeiert.

Lothar Matthäus (Ex-Kandidat): Wenn es so ist, wünsche ich den Dreien viel Glück und eine gute WM 2006. Mich interessiert das Thema schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Es ist nur schädlich für den deutschen Fussball gewesen, was in den letzten Wochen abgelaufen ist. Der DFB soll jetzt eine Entscheidung treffen, und zu der sollen auch alle stehen. Mir ist es mittlerweile eigentlich egal. Ich muss mich um meine Aufgabe in Ungarn kümmern. Ich glaube, man sollte mal Franz Beckenbauer fragen, wie die ganze Sache in den letzten zwei Wochen gelaufen ist. Ich nehme an, dass er auch ein bisschen den Mut verloren hat. Ich habe aus internen Kreisen gehört, dass viel diskutiert worden ist und doch einige verzweifelt sind an dieser Situation. Ich habe gesagt, wenn Interesse besteht, mit mir zu verhandeln, dann kann man mich anrufen. Bei mir hat sich keiner vom DFB gemeldet. Ich habe aber auch immer betont, dass ich eine Aufgabe in Ungarn habe.

Jürgen Kohler (Weltmeister 1990): Ich finde es gut, dass sich ein Mann wie Jürgen Klinsmann bereit erklärt, etwas für den deutschen Fußball zu tun.

Peter Neururer (Trainer des VfL Bochum): Zu den Personen möchte ich keinen Kommentar abgeben. Ich bin nur froh, dass die Sache ein Ende gefunden hat. Die ganze Angelegenheit war zuletzt nur noch peinlich.

Horst Eckel (Weltmeister von 1954): Ich finde es gut, dass der DFB junge Leute einbindet. Ich sehe kein Problem, dieses Trio ins kalte Wasser zu werfen.

Udo Lattek (Meister-Trainer): Das hört sich ja gut an. Ich finde es allerdings riskant, dass wieder jemand an die Spitze kommt, der noch nie eine Mannschaft geführt hat.

Rudi Assauer (Manager von Schalke 04): Sicher wäre es besser, keinen Kommentar abzugeben, aber über die Trainersuche könnte man einen Film drehen. Das wäre eine Ohrfeige für die handelnden Personen. Wenn uns so etwas im Verein passiert wäre, wären wir zerrissen worden. Hatte Klinsmann nicht am Anfang gesagt, dass er nicht in Frage komme? Das ist eine Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme für ehemalige Nationalspieler.

Jupp Heynckes (Trainer von Schalke 04): Man sollte erst einmal ein klares Anforderungsprofil für einen Bundestrainer erstellen. Bei uns wird immer nur über populäre Dinge diskutiert. In Deutschland ist gefragt, mit bestimmten Medien zu kooperieren. Dann bist Du Wer. Warum hat man nicht den Mut, einen Mann wie Ralf Rangnick zum Coach zu machen und mit einem starken Manager zu versehen?

Jürgen Heidel (Manager FSV Mainz 05): Die Wahl mit Klinsmann wäre im Endeffekt ein Schlag ins Gesicht der Trainergilde im DFB. Es wäre zum zweiten Mal nach Völler, dass einer gewählt wird, der noch nie im Leben eine Mannschaft trainiert hat.



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