Stimmen zum Spiel "Dürfen jetzt nicht in Euphorie verfallen"


Oliver Kahn:

Einen besseren Start hätten wir uns nicht erträumen können. Trotzdem dürfen wir jetzt nicht den Fehler machen, in Euphorie zu verfallen. Der Sieg war aber sehr wichtig, denn jetzt haben die Konkurrenten noch größeren Respekt vor uns. Ich war schon vorher überzeugt, dass wir Großes leisten können.

Carsten Jancker: Ich habe das vorher so nicht für möglich gehalten. Wir sind wohl alle ein bisschen sprachlos. Bei meinem Tor ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Natürlich hat mich Völler vorher in der schweren Zeit gestützt, aber er weiß auch um meine Qualitäten.

Dietmar Hamann: Ich habe eigentlich nie daran gezweifelt, dass wir rechtzeitig in Form kommen - auch bei den Leverkusener Spielern nicht mit ihrer großen Belastung. Aber so viele Spiele sind auch ein Bonus, von daher sehe ich keinen Unterschied darin, ob man 20 oder 50 Spiele pro Saison macht. Denn so eine WM ist eine Riesensache, und da reißt man sich schon automatisch zusammen. Wir haben eine Riesenstimmung, alle sind mit großer Freude dabei, und das ist ganz zweifellos ein Verdienst unseres Trainers.

Jens Jeremies: Ich war nicht sauer darüber, nicht zur Startelf zu gehören, sondern ein bisschen traurig. Wir sind aber 22 Spieler und eine Mannschaft, in der jeder natürlich spielen will und der eine oder andere manchmal zurückstecken muss. Im Moment macht es jedem von uns viel Spaß, Fußball zu spielen, und wenn wir diese Spielfreude konservieren können, können wir hier ganz weit kommen, obwohl es nach dem ersten Spiel natürlich schwer ist, ein Fazit zu ziehen.

Günter Netzer: Eine Leistung ohne Fehl und Tadel. Ich habe so etwas erhofft, aber nicht erwartet. Das bezieht sich nicht nur auf das Resultat, sondern auf die Art des Auftretens. Die Mannschaft ist aggressiv, spielt über die Flügel, kurz: Sie setzt alles um, was zuvor immer wieder verlangt worden ist.

Carsten Ramelow: Mit dem 8:0 im Rücken gehen wir sehr optimistisch in die nächsten Spiele. Das ist ein Ergebnis, das aufhorchen lässt. Wenn wir am Mittwoch genauso konzentriert ins Spiel gehen, brennt auch gegen Irland nichts an. Ich hatte Probleme im Oberschenkel und bin vorsichtshalber rausgegangen.

Franz Beckenbauer: Die Saudis hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt, wir einen besonders guten. Ein Training ist sicherlich anstrengender als die erste Halbzeit. Die Tore sind hervorragend heraus gespielt und der Gegner nach Belieben beherrscht worden. Es war wichtig, einen Gegner zu erwischen, gegen den man sich einspielen konnte. Das hat die Mannschaft eindrucksvoll getan. Unsere Gegner werden uns jetzt mit mehr Respekt begegnen. Miroslav Klose hat eine unglaubliche Sprungkraft wie damals Uwe Seeler. Elf Tore in 13 Länderspielen: Das kommt schon in die Nähe eines Gerd Müller!

Reiner Calmund (Manager Bayer Leverkusen): Der Auftaktsieg war in dieser Höhe verdient, aber man darf ihn nicht überbewerten. Wir sind von Anfang an aggressiv zu Werke gegangen. Die Basis zum Sieg waren die besseren technischen und spielerischen Möglichkeiten. Man sieht, dass die Saudis fußballerisch klasse sind, aber wenn es richtig zur Sache geht, haben sie große Probleme. Nach dem 3:0 sind sie eingebrochen.

Jens Lehmann: Wir waren in allen Belangen überlegen. Wenn man 8:0 gewinnt, sagt das wohl alles.

Lars Ricken: Ich bin nicht enttäuscht, dass ich nicht eingesetzt wurde. Bei einem so hohen Sieg freut man sich einfach nur mit den anderen.

Michael Ballack: Das war ein Start, wie wir uns ihn vorgestellt haben. Wir haben eine Marke gesetzt. Jetzt ist die Euphorie da. Wir dürfen uns aber nicht blenden lassen. Die anderen Gegner sind wesentlich stärker.

Christoph Metzelder: Allein hier beim WM-Auftakt dabei gewesen zu sein, ist super. Eigentlich habe ich mein Soll schon erfüllt.



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