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02. Oktober 2011, 16:52 Uhr

Streit bei Bayer

Holzhäuser verteidigt Kritik an Augusto

Leverkusens Fußballchef Wolfgang Holzhäuser weicht nicht zurück. Er will auch künftig Spieler öffentlich kritisieren. Den Bayer-Profis und Sportdirektor Rudi Völler gefällt das gar nicht.

Hamburg - Der verbalen Attacke vom Mittwoch ließ Wolfgang Holzhäuser drei Tage später das nächste deutliche Statement folgen. Auch künftig werde er sich als Clubchef das Recht nehmen, "die eine oder andere Kritik zu äußern", sagte er nach dem 3:1 (1:0)-Sieg seiner Leverkusener gegen Wolfsburg.

Damit reagierte Holzhäuser auf seine Kritiker, die es nicht angemessen finden, wie der Bayer-Geschäftsführer sich öffentlich zu Renato Augusto geäußert hatte. Nach dem 2:0 (1:0)-Sieg in der Champions League gegen Genk hatte Holzhäuser den Brasilianer wegen dessen zuletzt schwacher Leistungen als "Alibi-Fußballer" bezeichnet.

Sportdirektor Rudi Völler verteidigte den kritisierten Kicker. "Renato ist einer der wichtigsten Spieler bei Leverkusen. So etwas kann man mal sagen, doch die beiden sollten miteinander sprechen", so Völler.

Gegen Holzhäuser stellte sich Gonzalo Castro. "So etwas muss man unter vier Augen besprechen", sagte der 24-Jährige, der nach seinem Tor zum 1:0 in der 14. Minute demonstrativ zu dem auf die Bank verbannten Augusto gerannt war.

"Ich wollte die Kritik, die er bekommen hat, ein bisschen von ihm abwenden. Renato ist der Letzte, der als Alibi-Fußballer bezeichnet werden kann", sagte Castro, "wir müssen ihm als Mannschaft zeigen, dass wir für ihn da sind."

Bayer-Trainer Robin Dutt war mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden. "Sie hat vom ersten Moment an gezeigt, dass sie als Sieger den Platz verlassen will. Wolfsburgs Torwart Diego Benaglio hat eine gute Leistung gezeigt und einen höheren Rückstand verhindert."

Großes Lob erhielt auch Michael Ballack, allerdings nicht von Dutt. Völler pries den 35-Jährigen, der gegen Genk das 2:0 erzielt hatte. "Michael hat eine tolle Darbietung gezeigt." Dutt bewertete Ballacks Vorstellung in dessen 100. Bundesligaspiel für Leverkusen zurückhaltender. Er stellte "Teamgeist und das Kollektiv" heraus.

Ballack selbst verschwand ohne Kommentar.

ach/dpa/sid

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