Streit um Stadionsicherheit WM-OK lehnt Blatter-Forderung ab

Ein Graben erregt die Gemüter: Das Organisationskomitee der Fußball-WM 2006 hat einen Vorstoß von Fifa-Präsident Joseph Blatter bezüglich der Sicherheit im Berliner Olympiastadion zurückgewiesen. Blatter forderte mehr Fluchtwege in den Innenraum, das OK sieht das anders.


Berlin - Das Komitee bleibe bei seiner Meinung, dass eine eventuelle Flucht von den Tribünen nach außen erfolgen müsse und nicht auf das Spielfeld, sagte OK-Sprecher Gerd Graus der "Berliner Morgenpost". Blatter hatte zuvor in einem Interview mit der "Rheinischen Post" gefordert, dass der Graben zwischen Tribünen und Spielfeld komplett abgedeckt werden solle, weil Brücken und Stege im Falle einer Panik nicht ausreichen würden.

Graben im Berliner Olympiastadion: Abdecken oder nicht abdecken?
DDP

Graben im Berliner Olympiastadion: Abdecken oder nicht abdecken?

Die Initiative des Schweizers erfolgte offenbar ohne jede Absprache mit dem WM-OK und den Berliner Verantwortlichen. So soll nach Blatters Angaben eine Kommission des Weltfußballverbandes nach der Kritik der Stiftung Warentest an der Sicherheit im Olympiastadion den Graben gerügt haben. "Wir wissen nichts von einer Kommission noch von irgendeinem Ergebnis der Fifa, das diese Abdeckung fordert", sagte Graus.

Peter von Löbbecke, Chef der Olympiastadion GmbH, kritisierte, es sei die Fifa selbst gewesen, die in dem Pflichtenheft für die WM-Tauglichkeit des Stadions auf dem Graben bestanden habe, damit die Fans nicht auf das Spielfeld gelangen könnten.

Die nach der Kritik der Stiftung Warentest vom Berliner Senat eingesetzte "Projektgruppe Olympiastadion" denkt nicht daran, den Graben komplett abzudecken, sondern will nur "punktuell Fluchtmöglichkeiten auf das Spielfeld schaffen", sagt Projektgruppenleiter Andreas Berr: "Solange die Fifa uns nicht offiziell über andere Wünsche informiert, werden wir weiterarbeiten wie bisher."

mig/sid



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