Kritik am Weltmeister Podolski und Matthäus zoffen sich öffentlich

Weltmeister-Zoff zwischen Lukas Podolski und Lothar Matthäus: Der designierte Neuzugang des italienischen Fußball-Erstligisten Inter Mailand hat sich via Twitter gegen Kritik des Rekord-Nationalspielers gewehrt.
Weltmeister Matthäus: Kritik an Podolski

Weltmeister Matthäus: Kritik an Podolski

Foto: Kevin Kurek/ picture alliance / dpa

Hamburg - Der erwartete Wechsel von Lukas Podolski zu Inter Mailand hat für einen öffentlichen Zwist mit Lothar Matthäus gesorgt. Der Rekord-Nationalspieler warf dem 29-Jährigen mangelnde Fokussierung auf den Fußball vor - Podolski konterte prompt über soziale Medien: "Ich finde es schon sehr amüsant, dass ausgerechnet Matthäus mir Tipps gibt wie ich mich verhalten soll. #Erfolgscoach #Greenkeeper", schrieb der Weltmeister auf Twitter. Der bisherige Profi des FC Arsenal garnierte seine Aussage über den zum fünften Mal verheirateten Matthäus mit einem Symbol für eine Braut und ein durchschossenes Herz.

Matthäus hatte Podolski vorgehalten, sich zu sehr von Dingen außerhalb des Platzes ablenken zu lassen. "Lukas hat seine Qualitäten, die muss er jetzt aber wieder auf dem Platz unter Beweis stellen", sagte Matthäus bei Sky Sport News HD. "Vorher haben wir gehört, er twittert mehr als er spielt. Er sollte sich mehr auf Fußball konzentrieren."

Matthäus spielte von 1988 bis 1992 selbst für die Mailänder. Die Serie A und der Klub seien aber nicht mehr mit seiner eigenen aktiven Zeit vergleichbar, sagte er: "Mit Inter Mailand hat er natürlich einen großen Namen gezogen, aber der große Name ist Vergangenheit. Platz elf sagt alles aus." Mannschaften wie Milan oder Inter, die in den Neunzigerjahren Fußballgeschichte schrieben, hätten an Glanz und Attraktivität verloren, sagte Matthäus: "Deshalb spielen die Top-Spieler nicht mehr in Italien, sondern in Deutschland, England oder Spanien."

"Er ist nicht fokussiert"

Mit guten Leistungen könne der zuletzt bei Arsenal selten zum Einsatz gekommene Podolski aber auch wieder für das Nationalteam auf sich aufmerksam machen. "Lukas ist fit und jung genug, er fühlt sich auf der Bank oder Tribüne nicht wohl", sagte Matthäus.

Mittlerweile hat der 53-Jährige auf Podolskis Tweet reagiert. Dem "Express" sagte er: "Lassen wir mal die Kirche im Dorf. Ich habe ihm keine Verhaltensregeln mitgegeben, das steht mir gar nicht zu." Podolski habe das Interview "wahrscheinlich gar nicht richtig gesehen. Es ging an nur einer Stelle um Twitter und ich finde: Twitter ist sexy, aber er sollte mehr Fußball spielen als twittern". Durch seine Reaktion habe Podolski Matthäus' Einschätzung erneut bestätigt: "Er ist nicht fokussiert. Dabei hat er jetzt eine große Aufgabe vor sich, für die ich ihm alles Gute wünsche."

Podolski war am Freitag in Mailand gelandet und hatte am Samstag den Medizincheck absolviert. Bereits beim Nachmittagstraining traf der 29-Jährige Inter-Trainer Roberto Mancini. Offiziell war der Transfer allerdings auch am Sonntagmorgen noch nicht. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtete, arbeiten Arsenal und Inter noch an den letzten Details des Leihgeschäfts, am Montag soll der Vertrag besiegelt werden.

psk/dpa/sid
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