Stuttgart-Pleite Beckenbauer nimmt Bayern auseinander

"So kann es nicht weitergehen" und "Es ist Zeit für einen großen Schnitt": Nach der Niederlage gegen Stuttgart knöpft sich Franz Beckenbauer die eigene Mannschaft vor - und fällt ein vernichtendes Urteil. Auf Uli Hoeneß und ein anderes Vorstandsmitglied komme viel Arbeit zu.


München - Der eine Bayer nennt ihn "Fiat-Punto-Clio-Cup" (Mark von Bommel), der andere einfach nur "Verlierer-Cup" (Beckenbauer). Nach der 0:2-Niederlage beim VfB Stuttgart steht es so gut wie fest: Der FC Bayern wird in der kommenden Saison im Uefa-Cup antreten müssen. Midtjylland statt Mailand, Brommapojkama statt Barcelona warten dort auf den Rekordmeister, der in den vergangenen zehn Jahren immer in der Champions League vertreten war.

FCB-Präsident Beckenbauer: "Sollten uns von Stürmern verabschieden"
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FCB-Präsident Beckenbauer: "Sollten uns von Stürmern verabschieden"

Für Beckenbauer Grund genug, via "Bild"-Zeitung kräftig dazwischen zu hauen: "So kann es nicht mehr weitergehen. Es ist Zeit für einen großen Schnitt, wir müssen von vorne anfangen und ein (fast) neues Team aufbauen. Diese vermasselte Saison hat nur dann noch etwas Gutes, wenn wir die Chance des Neuanfanges nutzen", schrieb der Kaiser in seiner Kolumne.

"So kann man in der Bundesliga kein Spiel gewinnen", kritisierte Beckenbauer den biederen Auftritt seiner Bayern in Stuttgart: "So können wir die Saison als verkorkst abhaken." Beckenbauer sieht weiterhin personellen Nachholbedarf in fast allen Mannschaftsteilen, vor allem im Mittelfeld. "Hier mangelt es stark an Kreativität", wiederholte der 61-Jährige seine Forderung nach einem Spielmacher und sieht Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auf der Suche nach einem Regisseur in der Pflicht. "Da kommt auf Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge, unsere Verantwortlichen für das operative Geschäft, einige Arbeit zu."

Dazu regte Beckenbauer Veränderungen im Angriff an. "Von dem einen oder anderen Stürmer sollten wir uns verabschieden, ohne dass ich jetzt einen Namen nenne. Die Leistungen bei einigen sprechen für sich", sagte Beckenbauer. Bei Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro stehen die Zeichen beim FC Bayern auf Trennung.

Die Chancen, einen Weltklasse-Torjäger wie Miroslav Klose nach München zu locken, sieht Beckenbauer auch wegen der wohl verpassten Qualifikation für die Champions League, wo die Bayern nach einem Jahrzehnt voraussichtlich fehlen, als gering an. "Und wenn Barcelona wirklich Miro Klose haben will, werden wir wohl höchstens ein Höflichkeitsangebot machen können. Ohne Chancen auf Klose."

mig/dpa/sid



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