Südafrika Salzburgs Ex-Torwart erschossen, Bierhoff bestohlen

Südafrika ist ein gefährliches Pflaster: Der frühere Torhüter des SV Salzburg ist auf einem Golfplatz der Stadt Durban erschossen worden, DFB-Teammanager Bierhoff wurde vor der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen bestohlen. Fifa-Chef Blatter spielt das Gewaltproblem im Land herunter.

Durban - Peter Burgstaller, der für Salzburg in der österreichischen Bundesliga spielte, war vom Sicherheitspersonal auf der mit einem Elektrozaun gesicherten Anlage mit einem Brustschuss gefunden worden, teilte die Polizei heute mit. Nach Informationen von "faz.net" war Burgstaller auf Einladung von Franz Beckenbauer nach Südafrika gereist. Beckenbauer, der im Exekutivkomitee der Fifa sitzt, soll ihm VIP-Karten für die Auslosung besorgt haben.

Das Verbrechen habe sich laut Polizei bereits am Freitagabend ereignet, wenige Stunden nach dem Einchecken des 43-Jährigen auf der Golfanlage.

Als Motiv wird versuchter Raub vermutet. Das Handy des Mannes sei verschwunden. Die Taschen seiner Hosen seien außerdem nach außen gekehrt gewesen. In Durban sind an diesem Wochenende mehr als 3000 Sportfunktionäre und Journalisten zu Gast, um die weltweit übertragene Auslosung zu verfolgen. In der Stadt patrouillierten daher mehr als 1000 zusätzliche Soldaten und Polizisten.

Pro Tag werden in Südafrika laut Statistik im Schnitt 50 Menschen ermordet. Der Präsident des Weltfußballverbandes Fifa, Sepp Blatter, entgegnete auf Fragen nach der hohen Kriminalitätsrate und den Sicherheitsrisiken für die Fans bei der WM 2010: "Auch in Zürich wurde ein 16-jähriges Mädchen am Freitag an einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle erschossen. Verbrechen gibt es überall."

Man könne den Mord nicht in Beziehung zu den Vorbereitungen auf die erste Fußball-WM in Afrika setzen. "Eine Parallelität herzustellen, wäre eine unzulässige Antwort", sagte der Schweizer.

"Für die Stimmung ist das tödlich"

Teammanager Oliver Bierhoff und Georg Behlau, Leiter des Büros Nationalmannschaft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), sind heute Dieben zum Opfer gefallen. Im Nobelhotel Southern Sun wurden ihnen am Frühstückstisch die Aktentaschen entwendet, als sie sich am Büffet bedienten. Bierhoff beklagte unter anderem den Verlust seines Handys und seines Reisepasses.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der ebenfalls mit am Tisch saß, wurde verschont. "Für die Stimmung ist so etwas natürlich tödlich. Das ist schon der Wahnsinn, wir waren nur eine Minute vom Tisch weg", berichtete Niersbach. Bierhoff sagte: "Irgendwie ziehe ich mir den Schuh auch selbst an. Man darf seine Sachen einfach nicht unbeaufsichtigt lassen. Zum Glück waren es nur Sachen, die ersetzbar sind."

all/dpa/sid