Super League gescheitert Atlético, Inter und Milan folgen den englischen Klubs

Nach dem Rückzug der englischen Vereine sah auch Juventus-Präsident Agnelli keine Chance mehr für eine Super League. Auch Atlético Madrid, Inter und AC Mailand haben ihren Verzicht erklärt.
Andrea Agnelli

Andrea Agnelli

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MARCO BERTORELLO / AFP

Nachdem alle sechs englischen Klubs in der Nacht zu Mittwoch auf die Teilnahme an der neuen Super League verzichtet haben, glaubt auch der Präsident des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus Turin nicht mehr, dass die Liga noch weitergeführt werden kann. Auf die Frage der Nachrichtenagentur Reuters, ob das Projekt ohne die Premier-League-Klubs noch stattfinden könne, sagte Andrea Agnelli: »Offen und ehrlich gesagt nein, das ist offensichtlich nicht der Fall«.

Auch der Sportinformations-Dienst meldete, dass Agnelli die Super League für gescheitert hält. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld von Hauptinitiator Agnelli hieß es, die Pläne für die neue Eliteliga würden nach dem Rückzug der Teams verworfen. Entsprechende Aussagen des Juventus-Chefs wurden der Deutschen Presse-Agentur von einer Klubsprecherin bestätigt.

Mittlerweile haben auch Atlético Madrid, Inter Mailand sowie Stadtrivale AC Mailand ihren Verzicht erklärt. Juventus bleibt laut einer Mitteilung »zwar weiterhin von der Gültigkeit der sportlichen, kommerziellen und rechtlichen Annahmen des Projekts überzeugt, ist jedoch der Ansicht, dass es derzeit nur begrenzte Möglichkeiten gibt, in der Form abgeschlossen zu werden, in der es ursprünglich konzipiert wurde.«

Agnelli gehörte neben Ed Woodward, Geschäftsführer von Manchester United, und Real Madrids Präsident Florentino Pérez zu den treibenden Kräften des Projekts Super League. Agnelli hatte zuvor in einem Interview mit der römischen Tageszeitung »Repubblica« noch gesagt, dass er mit der Idee der Super League weiterzumachen gedenke. Die Möglichkeit auf einen Erfolg des Projekts bestehe zu 100 Prozent. Daher ist es auch schwer vorstellbar, dass Klubs wie Juventus oder Real Madrid komplett auf eine Weiterentwicklung verzichten. Es wird allerdings anders vorbereitet werden müssen.

Agnelli: Veränderung weiter notwendig

Denn Agnelli sagte Reuters auch, er sei nach wie vor davon überzeugt, dass der europäische Fußball eine Veränderung brauche und bereue die Art und Weise des Abspaltungsversuchs nicht. »Ich bin nach wie vor von der Schönheit dieses Projekts überzeugt«, sagte er weiter und erklärte, dass damit der beste Wettbewerb der Welt geschaffen worden wäre.

Die Super League hatte nach dem Rückzug aller englischen Klubs Abstand von ihren bisherigen Plänen genommen. »Wir werden die angemessenen Schritte erwägen, um das Projekt umzugestalten«, gab die Liga in der Nacht zu Mittwoch bekannt.

Allerdings ist unklar, wer überhaupt noch hinter dem Projekt steht. Der FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal, Tottenham Hotspur und der FC Chelsea haben ihre Teilnahme angesichts des heftigen Widerstands von Fans, Spielern, Verbänden und Politik bereits zurückgezogen. Atlético sowie Inter und AC Mailand zogen nach – ebenso wie Juventus. Der FC Barcelona und Real Madrid sind doch ohne Klubstatement.

ngo/dpa/sid/Reuters
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