Stellungnahmen auf Vereinsseiten Zwölf europäische Fußball-Topklubs kündigen Superliga an

Nun haben es die Vereine auf ihren Webseiten offiziell gemacht: Ein Dutzend der besten Fußballklubs planen eine europäische Superliga. Deutschland ist nicht vertreten.
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp beim Premier-League-Spiel gegen den FC Arsenal (am 3. April)

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp beim Premier-League-Spiel gegen den FC Arsenal (am 3. April)

Foto: Julian Finney / POOL / EPA

Zuletzt waren es noch Gerüchte gewesen, wenn auch sehr konkrete. Doch in der Nacht auf Montag haben zwölf europäische Fußball-Spitzenklubs mit Stellungnahmen auf mehreren ihrer Internetauftritte ganz offiziell bekannt gegeben: Sie wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen, die in der Wochenmitte ihre Spiele austragen wird. Damit würden sie in direkter Konkurrenz etwa zur Champions League stehen.

Vertreten sind nach einer Erklärung der Super League, die von ihren Gründungsvereinen organisiert wird, sechs Klub aus der englischen Premier League:

  • Arsenal FC

  • Chelsea FC

  • Liverpool FC

  • Manchester City

  • Manchester United

  • Tottenham Hotspur

Dazu kommen Teams aus Spanien und Italien:

  • AC Milan

  • Atlético Madrid

  • FC Barcelona

  • Inter Mailand

  • Juventus FC

  • Real Madrid

Drei weitere Teams sollen zum Start der Liga noch hinzustoßen. Fünf weitere Mannschaften könnten sich jährlich für eine Teilnahme qualifizieren, sodass insgesamt 20 Klubs pro Jahr einen Sieger ausspielen werden.

Der Start soll »so schnell erfolgen, wie praktisch umsetzbar«, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme weiter. Die Liga bekommt ein Startbudget von 3,5 Milliarden Euro, auch eine Frauen-Super-League ist demnach in Planung.

Wenig Begeisterung bei der Fifa

Ohne die geplante Super League beim Namen zu nennen, hat sich der Weltfußballverband Fifa unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne durch Klubs ein weiteres Mal gegen das Vorhaben ausgesprochen und ihre »Missbilligung« zum Ausdruck gebracht. »Aus unserer Sicht und in Übereinstimmung mit unseren Statuten, sollte jeder Wettbewerb im Fußball, egal ob national, regional oder global die Grundprinzipien Solidarität, Inklusivität, Integrität und gleichberechtigte finanzielle Umverteilung widerspiegeln«, hieß es in der Stellungnahme. Diese wurde in der Nacht zu Montag versendet.

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Die Verbände sollten alle Möglichkeiten in Recht, Sport und Diplomatie nutzen, um sicherzustellen, dass dies weiterhin der Fall ist. Vor diesem Hintergrund könne die Fifa nur ihre »Missbilligung zum Ausdruck bringen« für eine geschlossene europäische Ausreißer-Liga, die die genannten Prinzipien nicht respektiere, hieß es weiter. Die Fifa rufe alle beteiligten Parteien dazu auf, sich an einem »ruhigen, konstruktiven und ausgewogenem Dialog« zu beteiligen.

Zuvor waren die Ligapläne bereits vom britischen Premierminister Boris Johnson und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisiert worden.

jok/dpa/Reuters