Lewandowski entscheidet Supercup Der Zweitgrößte

Mit einem Gedenken an Gerd Müller begann der Supercup, die Partie gegen den BVB entschied der Spieler, der dem Idol am nächsten kommt: Robert Lewandowski. Julian Nagelsmann siegt erstmals, Marco Reus hat noch viel vor.
Robert Lewandowski jubelt nach seinem zweiten Treffer

Robert Lewandowski jubelt nach seinem zweiten Treffer

Foto: Martin Meissner / AP

Applaus für den Größten: Vor Anpfiff der Partie gedachten Zuschauer und Spieler des größten deutschen Stürmers der Geschichte: Gerd Müller. Der Bundesligarekordschütze war am Sonntag im Alter von 75 Jahren gestorben. Thomas Müller hielt dessen Trikot mit der Nummer neun hoch, die 25.000 Zuschauer applaudierten. Dem »Bomber der Nation« hätte es sicherlich gefallen, dass sich mit Robert Lewandowski und Erling Haaland zwei seiner Art gegenüberstanden, Vollblutstürmer wie er.

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Das Ergebnis: Beim Duell Meister gegen Pokalsieger der Vorsaison hat der FC Bayern München 3:1 (1:0) bei Borussia Dortmund gewonnen. Die Tore der Münchner erzielten Lewandowski (41. und 74.) und Müller (49.), Marco Reus traf für den BVB (64.). Hier geht es zur Spielmeldung.

Die erste Hälfte: Der Supercup, nur ein Titelchen? Von wegen. Beide Teams begannen mit jeweils nur einer Änderung in der Startelf und ihrem besten Personal. Die Bayern attackierten vorwiegend die Abwehrseite des BVB-Verteidigers Felix Passlack, Dortmund wollte mit Geschwindigkeit das Sturmduo Youssoufa Moukoko/Haaland in Szene setzen. Die erste Chance hatte Marco Reus, der frei vor Manuel Neuer am Nationaltorhüter scheiterte (20. Minute). Kingsley Coman (38.) und Haaland (39.) vergaben, dann traf Lewandowski nach Maßflanke von Serge Gnabry mit einem wuchtigen Kopfball (41.).

Das ewige Duell: Neun Meistertitel in Folge haben die Bayern zuletzt gewonnen. Die große Langeweile speist sich aber nicht nur aus der Dauer-Nummer-eins, sondern auch der zementierten Nummer zwei: In acht der letzten zehn Supercups standen sich die Bayern und Borussia Dortmund gegenüber. Der letzte Supercup ohne eines der beiden Teams? 1993, Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen. Es ist zu viel des Guten.

Reus' Großchance gegen Neuer

Reus' Großchance gegen Neuer

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Die zweite Hälfte: Antritt Alphonso Davies, dessen Hereingabe von links Lewandowski mit der Hacke verlängerte und dann traf – Müller, natürlich (49.). Mit einem großartigen Rechtsschuss in den Winkel brachte Reus den BVB zurück ins Spiel (64.). Das Spiel stand nun auf der Kippe. Doch ein Fehler im Aufbau des bis dahin überragenden Manuel Akanji brachte Lewandowski in eine Abschlusssituation, die er sich selten entgehen lässt (74.) – 3:1, die Entscheidung.

Der Zweitgrößte: Weltfußballer gegen potenziellen Nachfolger, so das schöne Duell im Angriff. Haaland spielte auffällig, traf aber ausnahmsweise nicht. Lewandowski spielte ebenfalls auffällig und traf wie so oft doppelt. Es war seine elfte (!) Teilnahme am Supercup, mit sieben Treffern steht er auf Platz eins der Torschützenliste dieses Wettbewerbs. Zudem traf er im 14. Pflichtspiel in Folge. Häufiger hat das im deutschen Profifußball (16-mal) erst einer geschafft. Sie ahnen es: Gerd Müller.

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Erster Sieg, erster Titel: Eine unglückliche Vorbereitung mit halber Kapelle, der wegen Corona ausgefallene Pokalauftakt, das wilde 1:1 zum Bundesligastart – Julian Nagelsmann musste 42 Tage auf den ersten Sieg als Bayern-Trainer warten, der prompt den ersten Titel brachte. Schöne Quote. Es ist sein erster im Profifußball.

A bisserl was geht immer: Den geschrumpften Kader hatte der neue Bayern-Chef Oliver Kahn zuletzt noch als »exzellent« eingeordnet. Diese kleine Flunkerei mag der Motivation des vorhandenen Personals geschuldet gewesen sein, eine große Saison werden die Münchner mit nur 13 oder 14 Klassespielern allerdings nicht hinlegen. Sportvorstand Hassan Salihamidžić machte im Sat.1.-Interview die Tür für Neue schon mal ein wenig auf: »Wir beobachten aber den Markt, der FC Bayern ist immer für ein bisschen was gut.« Leipzigs Marcel Sabitzer könnte so einer für mehr Breite in der Spitze sein.

Der neue, alte Reus: EM ausgelassen, den Körper geschont, die Lust auf Erfolg wiedergefunden – Reus präsentierte sich erneut als Anführer einer Mannschaft, die am Ende nicht irgendwo in der Tabelle landen soll, sondern ganz oben. Zwei Pokalsiege, drei im Supercup, das ist die für einen Mann seiner Klasse geradezu lächerliche Titelausbeute des 32-Jährigen. Aber da lauert noch mehr, beim BVB und bald wohl wieder auch in der Nationalmannschaft.

Der Ausblick: Die Dortmunder treten am 2. Bundesligaspieltag beim SC Freiburg an (Samstag, 15.30 Uhr), die Münchner empfangen den 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr), bevor es drei Tage später zum Bremer SV geht, um die erste Runde im DFB-Pokal zu vervollständigen (Mittwoch, 20.15 Uhr).

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