Ex-Chefscout von Borussia Dortmund Meinungsverschiedenheiten - Mislintat vor Abschied beim FC Arsenal

Nach den Abgängen seiner Fürsprecher Ivan Gazidis und Arsène Wenger scheint die Zeit von Sven Mislintat beim FC Arsenal abgelaufen. Der Grund ist aber nicht das angebliche Interesse des FC Bayern.
Sven Mislintat (Archiv)

Sven Mislintat (Archiv)

Foto: Getty Images

Sven Mislintat wird den FC Arsenal nach Informationen des SPIEGEL in absehbarer Zeit verlassen. Der Grund dafür ist jedoch nicht, wie englische Medien spekulieren, ein angebliches Angebot des FC Bayern München an den ehemaligen Chefscout von Borussia Dortmund. Es sind fundamentale Meinungsverschiedenheiten über die Transferpolitik und Unternehmensstruktur des Londoner Klubs, die eine Trennung auf Sicht unabdingbar machen.

Seit 2017 "Head of Recruitment"

Mislintat war im November 2017 als "Head of Recruitment" vom früheren Arsenal-Geschäftsführer Ivan Gazidis und Ex-Trainer Arsène Wenger angestellt worden. Der 46-Jährige sollte vornehmlich junge Spieler mit großem Wertsteigerungspotenzial ins Emirates-Stadion bringen, er verpflichtete unter anderem den französischen Jungnationalspieler Mattéo Guendouzi vom französischen Zweitligisten Lorient und den Uruguayer Lucas Torreira, 22, von Sampdoria Genua aus der italienischen Serie A.

Mislintat verliert Machtkampf gegen Sanllehi

Nach dem Abschied von Gazidis, der im September 2018 als Geschäftsführer bei der AC Milan einstieg, wurde jedoch der Spanier Raul Sanllehi bei den Gunners zum "Head of Football" befördert. Die Vorstellungen des im europäischen Spitzenfußball sehr stark vernetzten 49-Jährigen deckten sich in Sachen Neuverpflichtungen dem Vernehmen nach nicht mit dem analytischen Ansatz von Mislintat. Sanllehi vertraut auf gute Kontakte, Mislintat eher auf Zahlen. Mit Gazidis fehlte ein Vermittler zwischen den beiden unterschiedlichen Sichtweisen.

Arsenals geplante Einstellung eines Technischen Direktors hätte die Stellung Mislintats im Klub darüber hinaus weiter geschwächt. Eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist in Kürze zu erwarten.

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