Talente in der Bundesliga Die wollen doch nur spielen

Sie sind jung, ambitioniert und dribbeln ihre Gegner schwindelig: Immer mehr junge Talente schaffen in der Bundesliga den Sprung in die Stammelf - und auch ins DFB-Team. Ein Überblick über die größten Hoffnungsträger im deutschen Spitzenfußball.

REUTERS

Von Gereon Detmer


Mario Götze gönnte den Spielern von Hannover 96 zwei Minuten. Zwei Minuten, in denen sich die Niedersachsen über den Führungstreffer gegen die Borussia freuen durften. Dann schnappte sich der Dortmunder Götze im Mittelfeld den Ball, ließ vier Gegenspieler stehen wie Schaufensterpuppen und traf zum 1:1. Später bereitete Götze noch ein weiteres Tor vor, Borussia Dortmund gewann 4:1, beendete seine Mini-Krise und ist nach dem 28. Spieltag auf dem Weg zur Meisterschaft wohl kaum noch zu stoppen.

Götzes Treffer war ein Tor wie aus dem Lehrbuch: Ballbehandlung, Schnelligkeit, Kaltschnäuzigkeit - alles auf höchstem Niveau. "Mario hat bewiesen, wie wichtig er für diese Mannschaft ist", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Abpfiff. Teamkollege Mats Hummels hatte eine Einzelleistung gesehen, die er schlicht "Weltklasse" nannte.

Der 18-Jährige hat Qualitäten, die ihm einen festen Platz in der Mannschaft des Tabellenführers sichern und inzwischen auch die ersten Einsätze in der Nationalmannschaft beschert haben. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hält den U17-Europameister von 2009 für "eines der größten Talente, die wir je hatten".

Dabei ist Götze nur der prominenteste Vertreter einer ganzen Reihe von hoffnungsvollen Nachwuchsspielern, die derzeit Fans und Experten begeistern. Im Januar schoss Julian Draxler, 17, den FC Schalke 04 mit seinem Siegtor gegen den 1. FC Nürnberg ins Halbfinale des DFB-Pokals. In Italien steht Alexander Merkel, 19, vor dem Sprung in die Stammelf des AC Mailand. Der Mittelfeldspieler könnte dort die Nachfolge von Altstars wie Andrea Pirlo oder Clarence Seedorf antreten. Sie alle eint eine überbordende Spielfreude. Ihr Auftreten ist unbekümmert. Sie beleben die ganze Liga.

Trainer wie der frühere Schalker und heutige Wolfsburger Felix Magath oder Louis van Gaal von Bayern München setzen - mal aus finanziellen Zwängen oder Überzeugung - auf junge Spieler wie Draxler, Thomas Kraft, Holger Badstuber oder Thomas Müller, die das Vertrauen mit Leistung rechtfertigen. Eine Entwicklung, von der auch die deutsche Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw in den kommenden Jahren in hohem Maße profitieren wird.

Blamabler EM-Auftritt als Schlüsselereignis

Der Anstoß zum Umdenken liegt schon einige Jahre zurück. Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft unter Trainer Erich Ribbeck bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden sahen die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) Handlungsbedarf. Der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder initiierte 2002 ein Talentförderprogramm mit flächendeckenden Stützpunkten und Leistungszentren der Lizenzvereine. Seit 2006 wurde die Jugendförderung durch den Amtsantritt von Sportdirektor Matthias Sammer noch einmal intensiviert.

Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Im Juli 2008 wurde die deutsche U-19-Auswahl in Tschechien Europameister. Es war der erste EM-Titel einer deutschen Junioren-Nationalmannschaft seit 26 Jahren. 2009 waren auch die Auswahlmannschaften der U17 und der U21 bei ihren jeweiligen EM-Turnieren erfolgreich. Der DFB hielt zu diesem Zeitpunkt alle drei europäischen Titel im Nachwuchsbereich, das hatte zuvor noch kein Verband geschafft.

"Erfolge äußern sich aber nicht nur in solch schönen Titeln und Trophäen, sondern auch im Umstand, dass viele Talente in den vergangenen Jahren den Sprung in den Profifußball geschafft haben", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bei der damaligen Jahresbilanz des Verbands mit einem gewissen Stolz. Manuel Neuer (25), Sami Khedira (24) und Mesut Özil (22) gehören inzwischen zu den Stützen der A-Nationalmannschaft. Fast alle U-21-Europameister haben im Verein den Sprung vom Talent zum Stammspieler geschafft. Und eine Ende des Jugendtrends scheint nicht absehbar.

Zahlreiche weitere Talente sind in ihren Vereinen auf dem Weg zum Leistungsträger. SPIEGEL ONLINE stellt die aussichtsreichsten Kandidaten vor.

insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tylerdurdenvolland 05.04.2011
1. ....
Zitat von sysopSie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig: Immer mehr junge Talente schaffen in der Bundesliga den Sprung in die Stammelf - und auch ins DFB-Team. Ein Überblick über die größten Hoffnungsträger im deutschen Spitzenfußball. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,741979,00.html
Hmmmm.... grübel, grübel.... hab ich da vor nicht allzu langer Zeit ein Fussballspiel gesehen? Gegen die Fussball Weltmacht Australien? Könnte es = "Sie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig", vielleicht etwas damit zu tun haben, dass die BuLi Defensiven in der BuLI nahezu ausnahmslos von einer erbärmlichen Qualität sind?
frubi 05.04.2011
2. .
Zitat von sysopSie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig: Immer mehr junge Talente schaffen in der Bundesliga den Sprung in die Stammelf - und auch ins DFB-Team. Ein Überblick über die größten Hoffnungsträger im deutschen Spitzenfußball. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,741979,00.html
Da habt ihr aber einige andere Spieler vergessen. Moritz Leitner (Dortmund/Augsburg), Lasogga (Berlin), Rausch (Hannover). Aber im Prinzip zeigt diese Aufstellung doch, dass die Verantwortlichen in den Vereinen und in den Verbänden die Signale rund um die Jahrtausendwende verstanden haben. Dazu kommt die Popularität und Sonderstellung des Fußballs an sich. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen. Die Grundpfeiler sind gelegt. Jetzt müssen nur noch die Spieler beweisen, dass Sie die nächsten Xavi`s, Lampards, Gerrards, Kaka`s und Rooneys sein können. Denn im Fußball gab es immer schon spieler die aus einer Masse an Talenten herausgestochen sind. Das müssen unsere Jungs nun auch packen. Özil hat es in gewisserweise vorgemacht.
stiffmaster1976 05.04.2011
3. Hmm
Zitat von tylerdurdenvollandHmmmm.... grübel, grübel.... hab ich da vor nicht allzu langer Zeit ein Fussballspiel gesehen? Gegen die Fussball Weltmacht Australien? Könnte es = "Sie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig", vielleicht etwas damit zu tun haben, dass die BuLi Defensiven in der BuLI nahezu ausnahmslos von einer erbärmlichen Qualität sind?
...grübel, grübel. Könnte es sein, dass Sie keine wirkliche Ahnung vom Fußball haben. Da haben 11 Spieler zum ersten mal zusammen gespielt, viele zum ersten mal in der NM. Und dann noch ein Testspiel, kurz vor Ende der BL. Sie sind wahrscheinlich auch so einer der es eine Frechheit findet , dass bei EM und WM immer nur zweite und dritte Plätze geholt werden.
frubi 05.04.2011
4. .
Zitat von tylerdurdenvollandHmmmm.... grübel, grübel.... hab ich da vor nicht allzu langer Zeit ein Fussballspiel gesehen? Gegen die Fussball Weltmacht Australien? Könnte es = "Sie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig", vielleicht etwas damit zu tun haben, dass die BuLi Defensiven in der BuLI nahezu ausnahmslos von einer erbärmlichen Qualität sind?
Und die Defensive von Getafe, Malaga und Udine sind Weltklasse? Da haben Stranzl und Dante mehr Qualität. Ich habe ja nichts gegen eine kritische Betrachtungsweise aber Sie können die Defensive von Barca, Real, Chelsea nicht mit Hannover und Freiburg vergleichen.
donfuan, 05.04.2011
5. Auf Thema antworten
Zitat von tylerdurdenvollandHmmmm.... grübel, grübel.... hab ich da vor nicht allzu langer Zeit ein Fussballspiel gesehen? Gegen die Fussball Weltmacht Australien? Könnte es = "Sie sind jung, ambitioniert*und*dribbeln ihre Gegner schwindelig", vielleicht etwas damit zu tun haben, dass die BuLi Defensiven in der BuLI nahezu ausnahmslos von einer erbärmlichen Qualität sind?
Sie meinen sicher die Bayerndefensiven, die von erbärmlicher Qualität sind. Gruß
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.