Tennis-Halbfinale in Stuttgart Kyrgios zertrümmert Schläger, beschimpft Fans und scheitert an Murray

Nick Kyrgios gilt als Enfant terrible des Tennis. In Stuttgart kosteten den Australier seine Ausbrüche Punkte, das Halbfinale gegen Andy Murray stand kurz vor dem Abbruch. Später warf Kyrgios dem Publikum Rassismus vor.
Nick Kyrgios

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Foto: Tom Weller / dpa

Der zweimalige Wimbledon-Sieger Andy Murray steht im Finale des ATP-Turniers am Stuttgarter Weissenhof und trifft dort auf den Italiener Matteo Berrettini. Nachdem sich dieser gegen Oscar Otte aus Köln mit 7:6 (9:7) und 7:6 (7:5) durchgesetzt hatte, gewann Murray sein Halbfinale gegen den Australier Nick Kyrgios mit 7:6 (7:5) und 6:2. Für Murray ist es das 70. Finale seiner Karriere, davon das zehnte auf Rasen.

Nach einem ausgeglichenen ersten Satz endete der Tiebreak unschön. Beim letzten Ballwechsel versprang dem aufgrund seiner aggressiven Ausbrüche berüchtigten Kyrgios der Ball wegen eines Platzfehlers, worauf der Australier seinen Schläger zertrümmerte. Dafür wurde er mit einem Punktabzug bestraft. Zu Beginn des zweiten Durchgangs legte sich Kyrgios auch noch mit dem Publikum an, beschimpfte es und wurde dafür mit einem Spielabzug zum 0:2 belegt. Danach stand das Match vor dem Abbruch, da der Australier sich nicht mit dem Spielverlauf anfreunden wollte, Selbstgespräche führte und maulte. Lustlos spielte er die Partie zu Ende und wurde vom Publikum mit Pfiffen verabschiedet.

»Es hat zum Schluss keinen Spaß gemacht. Der zweite Satz war kein echtes Match. Das Ende des ersten Satzes war entscheidend«, kommentierte Murray das Spiel bei Servus TV. Kyrgios bezog später am Abend in seiner Instagram-Story Stellung zu den Vorfällen – und machte dem Stuttgarter Publikum Vorwürfe. »Wann hören die rassistischen Äußerungen aus dem Publikum auf?«, fragte Kyrgios. »Ich verstehe, dass mein Verhalten nicht immer das Beste ist«, sagte der 27-Jährige. »Aber ›du kleines schwarzes Schaf‹, ›halts Maul und spiel‹ – das ist nicht akzeptabel.« Es sei nicht in Ordnung, wenn er dafür bestraft würde, darauf zu antworten, so Kyrgios.

cev/dpa
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