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DFB-Erfolg gegen Schottland Der unheimliche Herr Müller

Singende Schotten hatten ihren besten Moment schon vor dem Anpfiff. Im Spiel schenkte Deutschland dem Außenseiter dann zwei Tore - und konnte sich mal wieder bei Thomas Müller bedanken. Alles Wichtige zum Sieg des Weltmeisters.

Ausgangslage: Das Post-WM-Jahr der deutschen Nationalmannschaft war durch mäßige Leistungen und bescheidene Ergebnisse geprägt. Diese Phase ist seit dem 3:1-Heimsieg gegen Polen beendet. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw spielte wieder weltmeisterlich. Ein Sieg in Schottland könnte sogar die vorzeitige EM-Qualifikation bringen - aber nur wenn Irland zeitgleich gegen Georgien verliert. Eben so, wie es den Schotten vor wenigen Tagen in Georgien erging. Die erste EM-Teilnahme der "Bravehearts" seit 1996 ist nach der 0:1-Niederlage sehr unwahrscheinlich geworden.

Ergebnis: Das DFB-Team gewann auch das zweite EM-Qualifikationsspiel der neuen Saison. Ganz so glorreich wie gegen die Polen war der Auftritt in Glasgow allerdings nicht. Das lag in erster Linie an den unnötigen Gegentoren beim 3:2 (2:2)-Sieg. Für Deutschland traf - wie schon beim 2:1-Sieg im Hinspiel - Thomas Müller doppelt (18. Minute/34.). Das Siegtor von Ilkay Gündogan (54.) bereitete Müller dann auch noch vor. Für Schottland trafen Mats Hummels mit einem Eigentor (28.) und James McArthur (43.).

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Einzelkritik Deutschland: Wackliger Neuer, schneller Gündogan

Foto: Lee Smith/ REUTERS

Gänsehautmoment des Spiels: Noch vor dem Anpfiff zeigten die schottischen Fans, welche Bereicherung sie beim Endturnier in Frankreich wären. Im Hampden Park wurde die inoffizielle Nationalhymne "The Flower of Scotland" so hingebungsvoll intoniert, wie es nur Whisky-erfahrene schottische Kehlen können. Und auch in der Halbzeit gab es keine nervigen Einspieler vom Band, wieder sorgten die singenden Fans für die wahre Show.

Die erste Halbzeit: Die deutsche Mannschaft dominierte das Spiel, hatte 78,5 Prozent Ballbesitz und löste viele Situationen gegen tiefstehende Schotten gut. Die beiden Führungstreffer von Müller waren nicht schön, fielen aber folgerichtig. Doch dann agierte die deutsche Abwehr bei zwei Standardsituationen schläfrig, und die Schotten glichen jeweils aus.

Schlüsselspieler: Die Quote von Thomas Müller in Länderspielen ist bemerkenswert. Seit dem Eröffnungsspiel bei der WM 2014 gegen Portugal häufte Müller in 16 Länderspielen 17 Torbeteiligungen (14 Treffer, drei Vorlagen) an. Eine schon beinahe unheimliche Bilanz. Auch wenn es manchen in der B-Note irgendwie doch zu unschön ist.

#Reklamierarm des Spiels: Beim Eigentor von Hummels war Torhüter Manuel Neuer nicht schuldlos. Er hätte den Freistoß von Shaun Maloney zur Seite klären müssen, auch wenn er verdeckt war. Der zweite Torschuss des Spiels von James McArthur war dann wieder drin, Neuer diesmal machtlos. Im Anschluss an beide Treffer beschwerte sich der Torwart des FC Bayern bei Schiedsrichter Björn Kuipers, die von ihm erhofften Abseitsstellungen lagen aber nicht vor. Neuers Reklamierarm reichte immerhin für einen kurzzeitigen Twitter-Trend.

Die zweite Halbzeit: Der für Karim Bellarabi in die Startelf gerückte Ilkay Gündogan hatte vor der Pause nicht ganz an die starke Leistung gegen Polen anknüpfen können. Tiefpunkt war das schläfrige Verhalten beim 2:2, als der Dortmunder das Abseits aufhob. Gündogan steigerte sich, seinem Siegtreffer ging ein sehenswerter Doppelpass mit Müller voraus. Im weiteren Verlauf tat das deutsche Team dann nur noch das Nötigste - wirklich in Gefahr geriet der verdiente Auswärtssieg nicht mehr.

Unglücksrabe des Spiels: Mario Götze war mit zwei Toren gegen Polen der Matchwinner. Die Diskrepanz zu seinen Leistungen beim FC Bayern eröffnete Diskussionen, warum Bayern-Coach Josep Guardiola nicht mehr aus Götze herausholt. Auch gegen die Schotten erzielte der Ex-Dortmunder zwei Treffer, allerdings stand er sowohl beim technisch anspruchsvollen Drehschuss (39.) als auch bei seinem Kopfballtor (50.) im Abseits. Trotzdem war es wieder ein richtig gutes Länderspiel des Angreifers.

Erkenntnis: Auch wenn es ein mühsam erspielter Sieg war: Diese deutsche Nationalmannschaft befindet sich wieder auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr hätte es womöglich nur zu einem Remis gereicht, nun stimmen Leistung, Ergebnis und Effektivität wieder. Die EM 2016 kann kommen.

Schottland - Deutschland 2:3 (2:2)
0:1 T. Müller (18.)
1:1 Hummels (Eigentor) (28.)
1:2 T. Müller (34.)
2:2 McArthur (43.)
2:3 Gündogan (54.)
Schottland: Marshall - Hutton, R. Martin, Hanley, Mulgrew, McArthur - S. Brown (ab 81. Martin), Maloney (ab 60. Anya), J. Morrison, Forrest (ab 81. Ritchie) - S. Fletcher
Deutschland: Neuer - Can, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Kroos, T. Müller, Özil (90. Kramer), Gündogan - Götze (86. Schürrle)
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 52.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Morrison, Maloney

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