BVB-Trainer Tuchel "Der Markt ist verrückt"

120 Millionen Euro hat Borussia Dortmund für neue Spieler ausgegeben - nun kritisiert Thomas Tuchel die hohen Ablösesummen. "Da ist kein Bezug mehr zu den Leuten, die ins Stadion kommen."

Thomas Tuchel
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Für Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sind die Transferpreise im Fußball fernab jeglicher Vernunft. "Der Markt ist verrückt. Die Preise sind außer Kontrolle", sagte der 42-Jährige zum Abschluss der China-Reise des BVB. "Da ist kein Bezug mehr zu den Leuten, die ins Stadion kommen."

Der BVB hat im Sommer selbst gewaltige Summen bewegt. Geschätzt kassierte die Borussia etwa 110 Millionen Euro und investierte 120 Millionen, unter anderem in die Weltmeister Mario Götze und André Schürrle. Ilkay Gündogan (wechselte zu Manchester City), Mats Hummels (Bayern München) und Henrich Mchitarjan (Manchester United) haben den Verein verlassen.

Tuchel fürchtet, dass sich der Fußball durch die hohen Ablösesummen von seinen Fans entfernt. "Wir müssen aufpassen, dass wir die Menschen nicht verlieren. Wir spielen für sie, nicht für unser Ego. Es zirkuliert zu viel Geld", sagte er. "Immer wenn das der Fall ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Markt außer Kontrolle gerät."

Zuletzt hatte Juventus Turin 90 Millionen Euro für den argentinischen Nationalstürmer Gonzalo Higuain an den SSC Neapel gezahlt. Der Wechsel des französischen Stars Paul Pogba zu Manchester United soll Juventus im Gegenzug bis zu 120 Millionen Euro einbringen.

mru/sid

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isegrim der erste 29.07.2016
1. Die Darmstädter Lilien können solche Summen nicht zahlen,
dafür stehen aber die Fans voll hinter der Mannschaft, auch wenn sie möglicherweise wieder absteigen muss, was ich aber nicht glaube.
Creedo! 29.07.2016
2.
Die Ablösesummen sind doch schon lange astronomisch bzw. unbegreiflich hoch. Ob für einen Spieler nun 50 Millionen oder 100 Millionen ausgegeben werden, macht da doch gefühlt keinen Unterschied. Die Fußballvereine bzw. der Fußballsport an sich sind auch selber Schuld. Die ganzen Spielerverträge sind ja nicht wirklich dafür ausgelegt, erfüllt zu werden. Da wird ein 5-Jahresvertrag gemacht, um den Spieler dann (hoffentlich) nach 2 od. 3 Jahren mit Gewinn verkaufen zu können. Das ist das Geschäftsmodell. Denn kein Spieler wird während seiner Vertragszeit 50+ Mio. € für den Verein einspielen. Das ist mehr wie Aktienhandel: Kaufen und Verkaufen. Aber der Markt gibt es her. Es hat Käufer, die bereit sind, zig Millionen € für einen Spieler auszugeben. Warum sollten die Vereine da weniger Geld verlangen, als sie bekommen können? Und das sich der Fußball wegen der hohen Ablösesummen vom Fan entfremdet ist wohl nicht der Fall. Man siehe die Premier League. Das ist eine der beliebtesten Liga weltweit und gerade da werden doch schon heute Unsummen für Spieler ausgegeben. Eine Entfremdung findet höchstens regional statt, wenn der nette Dorfverein plötzlich zum Unternehmen mutiert. Das ist doch aber schon längst bei allen Vereinen der Bundesliga (und den entsprechenden Vereinen der anderen Ligen) Realität. Der BVB ist eine Aktiengesllschaft, deren Anteile man an der Börse kaufen kann und die im SDAX gelistet sind. Mit Lokalromantik hat das wenig zu tun. Und trotzdem hat der BVB viele Fans und bekommt sein großes Stadion regelmäßig ausverkauft.
hirlix 29.07.2016
3. Bevor BVB-Hater nun wieder ankommen
ja wie im Artikel geschrieben gibt auch der BVB hohe Summen für Spieler aus, dies muss er jedoch auch um weiter irgendeine Chance in der CL zu haben. Allgemein gibt der BVB unter den europäischen Topclubs noch mit am wenigsten pro Spieler aus. Wenn grosse Vereine (und kleine englische Clubs) selbst für mittelmässige Spieler Unsummen zahlen, werden eben auch die deutschen Vereine gezwungen immer mehr Geld in die Hand zu nehmen.
tomaraya 29.07.2016
4. Recht hat er
Ich interessiere mich immer weniger für Fussball, und ich liebe diesen "Sport" eigentlich. Aber es geht ja kaum noch um Sport. Immer mehr rücken die "Stars" in den Vordergrund, wie viel sie so verdienen, welcher Verein wie viele Milliarden für sie bietet. Kaum das ein neues Talent auf sich aufmerksam macht, geht es nur noch darum. Und die Spieler wechseln munter hin und her, eine Identifikation mit der Mannschaft ist so leider kaum mehr möglich...
sportsfreundxl 29.07.2016
5. recht hat tuchel aber...
der bvb freut sich gleichzeitig auch über die hohen ablösen für micki und hummels die gezahlt wurden obwohl beide nur noch 1 Jahr vertrag hatten...also lieber nicht aufregen beim bvb:)
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