Tuchel-Kritik nach PSG-Pleite "Wir spielen mit kranken oder untertrainierten Spielern"

In dieser Saison gab Paris Saint-Germain mehr als 200 Millionen Euro für neue Profis aus. Dennoch beklagt Trainer Thomas Tuchel: "Wir haben keine Spieler."

Thomas Tuchel
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Thomas Tuchel


Fußball-Trainer Thomas Tuchel hat nach dem 1:5 (1:1) von Paris Saint-Germain beim Tabellenzweiten OSC Lille einen zu kleinen Kader beklagt. "Wir haben keine Spieler. Es ist offensichtlich, aber niemand spricht darüber, weil wir gewinnen. Aber jeder muss wissen, mit 14 oder 15 Spielern ist das nicht jede Woche möglich", sagte der 45-Jährige nach dem Spitzenspiel der Ligue 1 am Sonntagabend.

PSG hat in der französischen Meisterschaft zwar 17 Punkte Vorsprung vor Lille und braucht nur noch einen Sieg aus den verbleibenden sieben Spielen, um den Titel zu holen.

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Aber dem früheren BVB-Coach war das angesichts von neuen Verletzungen von Kapitän Thiago Silva und Thomas Meunier sowie der Roten Karte von Juan Bernat in Lille offensichtlich egal.

"Wir vermissen Cavani und Neymar seit Wochen. Auch Di Maria und Marquinhos sind noch verletzt, wir spielen mit kranken oder untertrainierten Spielern", sagte Tuchel und beklagte, dass er den deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer trotz dessen Krankheit habe einwechseln müssen.

Tuchel: "Wir müssen alles reflektieren, weil so ist es viel zu viel"

Der PSG-Trainer kündigte eine Analyse der personellen Situation mit Sportdirektor Antero Henrique an: "Wir müssen alles reflektieren, weil so ist es viel zu viel. Wir müssen ehrlich zueinander sein und die wahren Gründe dafür herausbekommen."

Die nächste Chance auf den vorzeitigen Meistertitel hat die verletzungsgeplagte Mannschaft am Mittwoch im Nachholspiel beim FC Nantes. Es wäre die insgesamt achte Meisterschaft für PSG und die erste für Tuchel.

In den anderen Wettbewerben verlief die erste Saison für Tuchel als Trainer von Paris enttäuschend. In der Champions League schieden die Franzosen trotz eines 2:0-Hinspielerfolgs gegen Manchester United noch aus. Auch im Ligapokal Coupe de la Ligue, den PSG in den vergangenen sechs Jahren fünfmal gewonnen hatte, war bereits im Viertelfinale Schluss. Im prestigeträchtigeren Pokalwettbewerb Coup de France steht das Team im Finale. Dort trifft es am 27. April auf Stade Rennes.

bam/sid



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Chrizzl 15.04.2019
1. Mir kommen die Tränen....
wenn ich solche Heucheleien lese. Ein astronomisch teuren Retortenkader hingesetzt bekommen und dort, wo es zählt (Champions-League) nix geschissen bekommen. Das ist wirklich unter aller Kanone und ein Schlag ins Gesicht für alle Trainer, die mit "normalen" Budgets mitspielen. Nur weil man jetzt in der Liga nicht alles aus dem Stadion ballert, was da vor die Pariser Flinte kommt, sondern die B-Elf, welche warhrscheinlich immer noch den doppelten Wert jedes anderen Kaders in Frankreich hat, ordentlich Federn lässt? Wirklich traurig!
Nonvaio01 15.04.2019
2. sehe ich anders
Zitat von Chrizzlwenn ich solche Heucheleien lese. Ein astronomisch teuren Retortenkader hingesetzt bekommen und dort, wo es zählt (Champions-League) nix geschissen bekommen. Das ist wirklich unter aller Kanone und ein Schlag ins Gesicht für alle Trainer, die mit "normalen" Budgets mitspielen. Nur weil man jetzt in der Liga nicht alles aus dem Stadion ballert, was da vor die Pariser Flinte kommt, sondern die B-Elf, welche warhrscheinlich immer noch den doppelten Wert jedes anderen Kaders in Frankreich hat, ordentlich Federn lässt? Wirklich traurig!
Tuchekl hat schon recht, denn es gibt nur 14-15 gute spieler bei PSG. Wenn man 220mio fuer einen spieler ausgibt klingt das zwar toll, hilft aber nicht wenn der verletzt ist, haette man 3 fuer 70mio geholt oder 2 fuer 110 haette man ersatz. Bei PSG hat man sich nur auf grosse namen konzentriert, die Scheichs haben wohl vergessen das spieler auch mal ausfallen. Neymar, Cavani, De Maria..etc klingt super, aber auch nur wenn die alle auf dem platz stehen. Und ein 100mio spieler setzt man nicht auf die bank, sonst gibt es stress. Darin liegt das problem.
a.meyer79 15.04.2019
3. Mimimimi
Wird Zeit, dass die Superliga kommt, wo die Bonzen-Clubs dann schön wöchentlich gegeneinander spielen können. Das würde zwar kaum jemand interessieren, aber die nationalen Ligen wären spannender. Gerade das Beispiel PSG und Ligue 1 ist das krasseste Beispiel für die Ungerechtigkeit. Oder man macht das NHL-Finanzierungsmodell, den hätten alle die gleichen Chancen und Neymar würde halt mal nach Bordeaux getradet und Werner nach Hannover.
mr-mucki 15.04.2019
4.
Zitat von Chrizzlwenn ich solche Heucheleien lese. Ein astronomisch teuren Retortenkader hingesetzt bekommen und dort, wo es zählt (Champions-League) nix geschissen bekommen. Das ist wirklich unter aller Kanone und ein Schlag ins Gesicht für alle Trainer, die mit "normalen" Budgets mitspielen. Nur weil man jetzt in der Liga nicht alles aus dem Stadion ballert, was da vor die Pariser Flinte kommt, sondern die B-Elf, welche warhrscheinlich immer noch den doppelten Wert jedes anderen Kaders in Frankreich hat, ordentlich Federn lässt? Wirklich traurig!
Ihr Kommentar hat nichts mit der Aussage von Tuchel zu tun. 1/3 des Kaders von PSG ist verletzt oder im Aufbautraining. Ein "normaler" Trainingsbetrieb ist kaum möglich. Das hat aber nichts mit Budgets zu tun. Letzte Saison hat Köln und auch Gladbach ähnliche Verletzungssorgen gehabt. Das Ergebnis war für Köln der Abstieg und für Gladbach das nicht qualifizieren für den internationalen Wettbewerb. Diese Saison hat Hoffenheim diese Verletzungssorgen. Es geht auch nicht um eine B-Elf. Die gibt es nämlich nicht. 25 Spieler (davon 3 TW) hat PSG im Kader. Rabiot ist vom Verein gesperrt. 5 Spieler sind Verletzt (Langzeit) und 4 im Aufbautraining. Und die Verletzten befinden sich fast alle im Offensivbereich. Das kann kein noch so hochpreisiger Kader der Welt auffangen. Das ist die Aussage von Tuchel. Und wenn ich mich richtig erinnere haben schon sehr viele Trainer der EU Top Vereine dieses bemängelt. Die Lösung sind einfach weniger Spiele zu haben. Das will jedoch keiner, weder das PSG Management, noch die Nationalligen, noch die UEFA, noch die FIFA.
themistokles 15.04.2019
5.
Zitat von Chrizzlwenn ich solche Heucheleien lese. Ein astronomisch teuren Retortenkader hingesetzt bekommen und dort, wo es zählt (Champions-League) nix geschissen bekommen. Das ist wirklich unter aller Kanone und ein Schlag ins Gesicht für alle Trainer, die mit "normalen" Budgets mitspielen. Nur weil man jetzt in der Liga nicht alles aus dem Stadion ballert, was da vor die Pariser Flinte kommt, sondern die B-Elf, welche warhrscheinlich immer noch den doppelten Wert jedes anderen Kaders in Frankreich hat, ordentlich Federn lässt? Wirklich traurig!
Was hat denn der "astronomisch teure Retortenkader" mit dem Verletzungspech zu tun? Tuchel gehen scheinbar die Spieler aus, darum geht´s.
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