Geschäfte mit Transferrechten von Sportlern HSV-Manager von Heesen an 14 Firmen beteiligt

Hamburgs Fußballmanager Thomas von Heesen hat mehrere Firmen mit dubiosen Praktiken gegründet. Dem SPIEGEL sagte der 56-Jährige, es habe keine Geschäfte mit dem HSV gegeben.
Thomas von Heesen

Thomas von Heesen

Foto: imago

Thomas von Heesen, der neue Manager des Hamburger SV, ist aktuell an mindestens 14 Unternehmen beteiligt. Einige dieser Firmen wollen ihr Geld auf dem Fußball-Transfermarkt oder mit Beteiligungen an Vereinen verdienen.

Allein in seiner Zeit als stellvertretender Vorsitzender des HSV-Aufsichtsrates zwischen Juli 2014 und Februar 2015 gründete von Heesen drei dieser Firmen. Eine weitere ließ er Mitte Juni 2015 ins Handelsregister eintragen. Ihr Name: Triple A Talents Management UG & Co. KG. Der eingetragene Firmenzweck: "Investitionen und Beteiligungen an Transferrechten an Sportlern und Vereinen sowie deren Rechte, insbesondere im Zusammenhang mit der HSV Fußball AG".

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Sowohl von Heesen als auch der HSV schrieben dem SPIEGEL, diese Firma habe keine Geschäfte mit dem Klub gemacht. Im Februar 2016 gründete von Heesen zudem im irischen Cork die Firma International Sportsfinance & Invest Company, er ist alleiniger Gesellschafter. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

"Geschäftsbeziehungen außerhalb von Ticketverkäufen zwischen dem HSV und der International Sportsfinance & Invest Company, Irland, bestehen nicht", schrieb der Klub auf Nachfrage. Von Heesens Anwalt erklärte: "Es gibt keine Geschäfte oder Interessenskonflikte zwischen dieser Firma und der Tätigkeit unseres Mandanten beim HSV."

In der vergangenen Woche hatte das "Hamburger Abendblatt " berichtet, dass von Heesens Firma während seiner Zeit als Trainer des österreichischen Vereins Kapfenberger SV Anteile an eigenen Spielern gehalten sowie Förderverträge mit minderjährigen Talenten abgeschlossen habe.

Von Heesen übernahm im März den Job des sportlichen Beraters beim HSV. Der Verein hatte sich damals vom Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Jens Todt als Verantwortlichen der Profifußball-Abteilung getrennt. Der Hamburger SV ist sieben Spieltage vor Saisonende Tabellenletzter und steht vor dem ersten Abstieg seiner Bundesligageschichte.

wul
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