Wut-Interview von Fußballtrainer Fink "Sie haben keine Ahnung! Sie kommen aus dem Skisport"

Abseits oder nicht? Diese Frage beschäftigte Ex-HSV-Trainer Thorsten Fink und zwei Moderatoren des ORF. Das Resultat war ein denkwürdiges TV-Interview.

Austria-Trainer Thorsten Fink (l.)
DPA

Austria-Trainer Thorsten Fink (l.)


Der frühere Bayern-Profi Thorsten Fink hat in Österreich für einen TV-Eklat gesorgt. Dem Trainer von Austria Wien platzte nach der 2:3-Niederlage gegen den alten und neuen österreichischen Fußballmeister RB Salzburg im ORF-Interview der Kragen.

Der Grund für den Wutausbruch: unterschiedliche Ansichten über Salzburgs Tor zum 2:2. Fink hatte die Niederlage gegenüber einem Moderator des ORF damit begründet, dass der Treffer aus einer Abseitsposition heraus erzielt worden sei. Als der ORF-Reporter Rainer Pariasek und dessen Co-Moderator, der österreichische Ex-Profi Peter Hackmair, erwiderten, das Tor sei aus ihrer Sicht regulär gewesen, polterte Fink los: "Weil Sie keine Ahnung vom Fußball haben!"

"Der Mann braucht eine Brille"

Der frühere HSV-Coach legte nach: "Die Regeln müssen Sie mir nicht erklären! Sie kommen aus dem Skisport! Das war klar Abseits." Womit Fink auch recht hatte, denn das Tor von Salzburgs Südkoreaner Hee-Chan Hwang war tatsächlich irregulär.

Anders als Reporter Pariasek, der neben Fußballspielen unter anderem auch von Skirennen berichtet, beharrte Co-Moderator Hackmair jedoch darauf, dass kein Abseits vorgelegen habe. Was wiederum Fink weiter verstimmte. "Das ist unglaublich, der Mann braucht eine Brille", sagte er und fragte nach: "Ist die Skisaison schon wieder vorbei , oder warum sind Sie wieder hier?"

Zwischen Fink und dem TV-Duo war es schon einmal zu Unstimmigkeiten gekommen, als sie nach einer Niederlage gegen Salzburg darüber stritten, ob das Resultat verdient war oder nicht.

Fink ist seit der Saison 2015/2016 Cheftrainer der Austria. Zuvor hatte er neben dem HSV unter anderem Basel, Ingolstadt und Apoel Nikosia gecoacht. Mit Wien steht er einen Spieltag vor Saisonende auf dem zweiten Tabellenplatz, punktgleich mit Verfolger Sturm Graz.

mon/sid



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
zweigeltxx 26.05.2017
1.
"Womit Fink auch recht hatte, denn das Tor von Salzburgs Südkoreaner Hee-Chan Hwang war tatsächlich irregulär." Ich finde die Aussage seitens des Spiegels bedenklich, da nicht neutral berichtet. Es wird etwas als Tatsache hingestellt, was meiner Meinung nach nicht beweisen werden kann. Ich habe die Wiederholung mehrmals gesehen und kann nicht erkennen ob der eigene Mitspieler den Ball noch berührt hat (dann wäre es Abseits) oder nur deutlich erkennbar der Gegenspieler (kein Abseits). Im Zweifel kein Abseits. Für diesen unwichtigen Fall ist mir das völlig egal, nur im Allgemeinen gesehen sollte neutral berchtet werden.
_McCell 26.05.2017
2.
@zweigeltxx: Das war Abseits. Es zählt der Moment der Passabgabe, und der Salzburger hat den Ball gespielt. Die nachfolgende Abfälschung durch den Austria-Spieler hebt das Abseits nicht auf. Das wäre erst passiert, wenn er den Ball kontrolliert weitergespielt hätte.
peterw 26.05.2017
3. Klares Abseits!
Irrelevant, ob der Gegenspieler nach (!) der Abseitsstellung den Ball noch berührt hat. Kein Vorwurf an den Schiedsrichter, aber an die Reporter, den die haben Zeitlupe und sollte die Regeln beherrschen.
Harrue 26.05.2017
4. Schlimmer als Schalke 05.
Ein anderes Nachrichtenmagazin plustert sich nur auf, weil den Journalisten die mangelnde Fachkenntnis nachgewiesen wurde. Dafür wird dort nicht erwähnt, dass es tatsächlich Abseits-Stellung war.
benji_86 26.05.2017
5. @_McCell
Im Moment der Passabgabe steht doch überhaupt keiner im Abseits, wie kommen Sie denn darauf, _McCell?? Somit hat zweigeltxx völlig recht. SPON sollte sich hier mit der Bewertung eindeutig zurückhalten (zumal andere Medien (welt.de) genau das Gegenteil schreiben...). Es ist doch so: Zunächst steht keiner im Abseits, dann gibt es eine Berührung von entweder Verteidiger oder Angreifer, was im 1. Fall kein Abseits und im 2. Fall Abseits wäre. Die Auflösung zu diesem Fall sieht man aber frühestens nach 10 Zeitlupen, aber der Schiedsrichter hätte eingreifen und auf Abseits entscheiden sollen?? Ich denke der Schiedsrichter kann so einen Eingriff nur dann vornehmen, wenn er sich sicher ist, dass es sich tatsächlich um Abseits handelt. Das ist bei dieser Szene aber nicht möglich. Und nun zum Fazit: Es gibt weit weniger strittige Szenen, in denen sich Trainer nicht zu solch anmaßenden Äußerungen hinreißen lassen wie Herr Fink in diesem Interview. Das ist einfach eine Charakterfrage...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.