Tod einer Kultstätte Bökelberg wird zum Trümmerberg

Wer für Borussia Mönchengladbach schwärmt, für den ist das Stadion auf dem Bökelberg wie ein Wallfahrtsort. Hier oben erspielte sich der Club seinen Ruhm, von dem er immer noch zehrt. Seit heute reißen die Bagger das Stadion ab, und bald kommt der große Knall.


Mönchengladbach - Ein Spezialbagger hat damit begonnen, die Nordtribüne abzutragen, außerdem wird sich diese 80 Tonnen schwere Maschine durch den Spielertunnel fressen. Im März sollen dann die Haupttribüne und die Flutlichtmasten gesprengt werden, teilte ein städtischer Sprecher mit. "Das ist schlimm, furchtbar schlimm", sagte Charly Stock, legendärer Borussia-Masseur in den siebziger Jahren.

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Abriss: Erdbeben mit Abschiedsschmerz

Ingesamt wird es sechs Monate dauern, bis von der 87 Jahre alten Arena nichts mehr übrig geblieben ist. Die Kosten des Abrisses betragen etwa eine Million Euro. 500 Tonnen Stahl, 15.000 Kubikmeter Beton und 30.000 Kubikmeter Kies werden bei den Arbeiten abgetragen. Diese Baustoffe sollen die Rohmaterialien sein aus dem auf dem Areal ein Wohngebiet im Terrassenstil gebaut werden soll.

In der alten Heimstatt feierte Borussia Mönchengladbach fünf deutsche Meistertitel und zwei Uefa-Cup-Triumphe. Unvergessen sind auch zwei Spiele im Jahr 1971: In der Bundesligapartie gegen Werder Bremen prallte Herbert Laumen gegen den Pfosten brachte damit das marode Gebälk zum Einstürzen. Und das famose 7:1 im Uefa Cup über Inter Mailand war nutzlos, weil der Mailänder Roberto Boninsegna von einer Coladose getroffen wurde und sich theatralisch vom Platz tragen ließ. Das Spiel musste daraufhin wiederholt werden.

Seit der Bundesligasaison 2004/2005 spielt der Club im neuen Borussia-Park, der im Westen der Stadt Mönchengladbach zwischen den Stadtteilen Holt und Rheindahlen liegt.



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