Nationalspieler Kroos über neue Fußballwettbewerbe "Marionetten von Fifa und Uefa"

Die Nations League? Eine mögliche neue Super League? Spanischer Supercup in Saudi-Arabien? Toni Kroos sieht manche Entwicklung im Fußball kritisch. Man habe doch bereits "Topprodukte", sagt er.
Real-Star Toni Kroos: "Gewisse Sachen einfach so lassen, wenn sie gut sind"

Real-Star Toni Kroos: "Gewisse Sachen einfach so lassen, wenn sie gut sind"

Foto: www.imagephotoagency.it / imago images/Gribaudi/ImagePhoto

Nationalspieler Toni Kroos sieht Fußballwettbewerbe wie die mögliche Super League oder die bereits eingeführte Nations League kritisch, fühlt sich als Spieler aber machtlos. "Am Ende der Tage sind wir bei diesen ganzen zusätzlichen Sachen, die erfunden werden, als Spieler nur die Marionetten von Fifa und Uefa. Da wird ja keiner gefragt", sagte Kroos im Podcast "Einfach mal Luppen", den er mit seinem Bruder Felix betreibt.

Wenn es eine Spielergewerkschaft gäbe, die in diesen Dingen entscheiden könnte, "würden wir weder Nations League spielen noch einen spanischen Supercup in Saudi-Arabien oder eine Klub-WM mit 20 oder mehr Mannschaften", sagte Kroos. Diese Turniere würden geplant, "um finanziell alles rauszusaugen, natürlich auch körperlich alles rauszusaugen aus jedem einzelnen Spieler – und darüber hinaus".

Die Nations League ist ein vom europäischen Verband Uefa 2018/2019 eingeführter Wettbewerb, der gerade in Deutschland häufig kritisiert wurde – international aber durchaus gut ankam. Er ersetzt teilweise Qualifikationsspiele und soll bestenfalls dazu führen, dass kleinere Nationen auf Endrundenteilnahmen hoffen dürfen und größere Nationen vermehrt Duelle auf Augenhöhe bestreiten. Was auch durchaus funktioniert hat.

Eine Super League gibt es bislang nicht. Sie gilt als Planspiel der europäischen Großklubs und wäre wohl kein Uefa-Wettbewerb, sondern ein exklusives Turnier der besten Klubteams. Käme die Super League, wäre die Champions League wohl Geschichte.

Eine solche Superliga wäre für Kroos zwar "sportlich eine sehr, sehr interessante Sache" und hätte im Fernsehen "Topquoten". Aber: Kleinere Vereine schauten dabei in die Röhre, die Kluft zwischen Klein und Groß würde noch größer werden, so der Mittelfeldspieler vom spanischen Rekordmeister Real Madrid.

Sein Fazit: "Es ist auch mal gut, gewisse Sachen einfach so zu lassen, wenn sie gut sind." Mit den bestehenden Ligen und internationalen Wettbewerben wie der Champions League, EM und WM habe man "Topprodukte".

bka/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.