Top-12 der WM Abräumer und Ballstreichler

Die WM ist fast vorbei, die starken Leistungen der Stars werden aber noch lange in Erinnerung bleiben. SPIEGEL ONLINE hat das beste Team zusammengestellt und dabei einen Trainer auf die Bank gesetzt, mit dem vor dem Turnier niemand gerechnet hätte.

Von Pavo Prskalo und


Hamburg - Er hat gekämpft bis zum Umfallen, gezaubert, sich überschlagen und fünf Treffer erzielt. Miroslav Klose ist nicht nur Torschützenkönig der WM, er führt auch die Zwölf des Turniers an. Doch der 28-Jährige ist der einzige Stürmer, der es in die SPIEGEL ONLINE-Auswahl geschafft hat. Warum? Wir haben uns dem Trend der Trainer angepasst: Denn die erfolgreichsten Teams bei der Endrunde - mit Ausnahme der deutschen Elf - agierten nur mit einer Sturmspitze.

Dahinter stellten Trainer wie Portugals Luiz Felipe Scolari, Italiens Marcello Lippi oder Frankreichs Raymond Domenech fünf Mittelfeldspieler und in der Abwehr eine Viererkette auf. Deshalb hat sich die Sportredaktion von SPIEGEL ONLINE entschlossen, dem 4-5-1-System zu folgen. Stürmer wie Frankreichs Thierry Henry oder der Spanier Fernando Torres haben deshalb keine Berücksichtigung gefunden.

Im Mittelfeld räumt Patrick Vieira auf. Der Franzose begann das Turnier mit großen Problemen, hatte dann aber in der K.o-Runde, wie auch sein Kollege Zinedine Zidane, großen Anteil am Erfolg der "équipe tricolore". Nicht fehlen darf auch Andrea Pirlo. Der Stratege der Squadra Azzurra streichelte das Leder, glänzte mit Spielübersicht und genialen Pässen.

Konstant starke Leistungen in der Defensive zeigten der torgefährliche Mexikaner Rafael Marquez und Italiens Kapitän Fabio Cannavaro. Im Gegensatz zu Philipp Lahm: Der Deutsche baute nach der Vorrunde stark ab und fehlt deshalb.

Dafür steht ein DFB-Akteur im Tor: Jens Lehmann setzte sich mit hauchdünnen Vorsprung vor dem Italiener Gianluigi Buffon durch. Entscheidend dafür war der starke Auftritt im Elfmeterschießen gegen die Argentinier. Dort parierte Lehmann zwei Versuche. Die Entscheidung, den 36-Jährigen ins Tor zu stellen, lag bei Jürgen Klinsmann. Der Bundestrainer führte seine Mannschaft überraschend ins Halbfinale. Nur ein Coach vollbrachte Größeres: Frankreichs Raymond Domenech. Vor dem Turnier von den heimischen Medien noch verachtet, führte er die "Blauen" sensationell ins Finale.



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