Neuer Fifa-Wettbewerb Europas Topvereine lehnen Klub-WM weiterhin ab - noch

Bayern München und Real Madrid sind aus der Front bereits ausgeschert - die anderen Topvereine Europas zieren sich noch: Die Pläne einer massiv erweiterten Klub-WM stoßen bei den Großvereinen noch auf Widerstand.

Noch will Andrea Agnelli nichts von der Klub-WM wissen
Laurie Dieffembacq DPA

Noch will Andrea Agnelli nichts von der Klub-WM wissen


Europas Spitzenteams haben ihre Boykottdrohung für die neue Klub-WM erneuert, gleichzeitig aber auch Kompromissbereitschaft bekundet - wenn man von der Fifa mehr Informationen bekomme. "Wir sind derzeit nicht bereit, an diesem Wettbewerb teilzunehmen", sagte der Vorsitzende der European Club Association (ECA), Andrea Agnelli, am Dienstag in Amsterdam. Trotz der positiven Aussagen vom FC Bayern München und von Real Madrid stünde die ECA geschlossen gegen das reformierte Format mit 24 Teams von 2021 an, so der Juventus-Vorsitzende.

In Verhandlungen müsse die Fifa nun darlegen, wie der Wettbewerb genau zu organisieren sei. Großes Konfliktpotenzial sieht Agnelli in der Frage, welche acht europäischen Teams an einer Klub-WM teilnehmen sollten. "Wir sind diejenigen die planen müssen, wir sind die, die investieren. Um ein Unternehmen führen zu können, benötigt man die komplette Übersicht", sagte der Italiener.

Der Fußball-Weltverband hatte Mitte des Monats die Vergrößerung der Klub-WM beschlossen. Kurz zuvor war ein Schreiben publik geworden, in dem alle 15 ECA-Vorstandsmitglieder sich gegen die Pläne positioniert hatten. Nach dem Fifa-Beschluss äußerten sich aber der FC Bayern und Real Madrid positiv über die Entscheidung. Eine Reform der Klub-WM sei zu begrüßen, betonte auch Agnelli, aber an dem vorgeschlagenen Format werde man nicht teilnehmen.

aha/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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schehksbier 26.03.2019
1. Wird das Märchen wahr?
Frei nach den Brüdern Grimm: Und wenn du die FIFA auf ein Tuch stellst und laut "Bricklebrit" rufst oder besser noch "Club-WM", so scheißt und kotzt sie Goldstücke! Oder war das ein Esel? Oder sind die zahlenden Zuschauer die Esel? Irgendwie habe ich die Märchen nicht mehr so richtig auf dem Schirm - ich weiß aber noch, daß es letztlich um Gold bzw. Geld geht...
legeips62 26.03.2019
2. Welcher andere Top Sponsorverein
aus der Bundesliga ist damit gemeint? Schalke? Leverkusen? Wolfsburg? Stuttgart? Leipzig? Hoffenheim? Dortmund?. 8 Mannschaften sollen aus Europa kommen.. na dann mal mitzählen: Manchester City, Chelsea London, Paris Saint Germain, Juventus Turin, AC Mailand, Real Madrid, Bayern München, Barcelona.. 8 haben wir jetzt.. nun wird es schon eng... Manchester United, Liverpool, Dortmund, Arsenal, Porto... und wo werden noch TV Gelder erwirtschaftet? Spartak Moskau, Galatasaray Istanbul, Ajax Amsterdam, RB Salzburg?? Also die 8 Plätze sind genauso begehrt, als ob man einen Goldesel im Stall hat.
ursr 26.03.2019
3. Es ist doch offensichtlich....
...was kommen wird. Schrittweise wird die Champions League ins Wochenende transferiert, während die großen Vereine ihre nationalen Meisterschaftsspiele unter der Woche spielen. Allmählich wird sich darüber eine neue europäische Superleague konstituieren, die ausschließlich am Wochenende spielen wird und deren Teilnehmer nicht mehr in den nationalen Ligen vertreten sein werden. Dieses Modell könnte durchaus dreigleisig ausfallen, wobei dadurch die nationalen Ligen in der Bedeutungslosigkeit versinken werden. Dies wird dem Trend der Globasilierung und Entregionalisierung folgen, im Zuge dessen auch damals die Bundesliga gegründet wurde. In ferner Zukunft werden daher die besten Vereine Europas und Südamerikas nur noch in einer Weltliga spielen. Inzwischen ist solch eine Reform notwendig geworden, da die großen Vereine Europas in den nationalen Ligen leider in 90 Prozent der Spiele auf keine sportliche Konkurrenz mehr treffen, dass heißt im Klartext: Die nationalen Ligen sind (abgesehen von den jeweiligen Clasicos) absolut langweilig. Allein die Champions League, wo die besten Vereine frühestens im Viertelfinale aufeinander treffen, reicht nicht aus, um dieser Langeweile den Garaus zu machen. Daher muss diese Superliga her, die von den Vereinen schon geplant wurde, um die UEFA unter Druck zu setzen. Und siehe da: Die Uefa lenkt ein. Natürlich wird der ganze Plan noch nicht an die Öffentlichkeit getragen, sondern die Reformen schonend schrittweise durchgeführt. Ich persönlich freue mich über diese Entwicklung. 1. spielen so die Bayern und Dortmund ständig gegen Mannschaften wie Barca oder ManCity, 2. wird so durch den Wegfall der Dominatoren die Deutsche Meisterschaft wieder spannender.
LuPy2 26.03.2019
4. die Bundesliga ist tot,
die Championsleague ist auch schon langweilig (Real Madrid 3x hintereinander Sieger). Da muss mehr Kick in die Sache und es lassen sich Milliarden € verdienen. 104 Spiele je Saison für die teilnehmenden Clubs, einen Kader von 60 Spielern und Stadien mit 250 000 Besuchern sind Teilnahmebedingungen. Schließlich bekommt die FIFA den Hals nie voll! Vergessen: Im Umkreis von 100 km um das Stadion dürfen nur Produkte der Werbepartner angeboten werden! Viel Spaß dabei!
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