Torhüter-Karriere Kahn sagt Adieu in Indien

Ein Sieg und kein Gegentor: Oliver Kahn hat seine Karriere so beendet, wie es sich für einen erfolgreichen Torwart gehört. Der Ort war dafür außergewöhnlich - 120.000 Zuschauer feierten den Torhüter des FC Bayern im indischen Kolkata. Auch für Ottmar Hitzfeld ist nun Schluss.


Hamburg - Ein Ziel hat Kahn in seinem letzten Spiel nicht erreicht: Einen eigenen Treffer. Der blieb dem 38-jährigen Torhüter allerdings auch zum Abschluss als Profi verwehrt. Ein Elfmeter, den er unter Umständen deshalb noch hätte schießen können und wollen, wurde im Spiel von Bayern München gegen den indischen Spitzenclub Mohun Bagan AC nicht gepfiffen.

Beim souveränen 3:0 (2:0) für den deutschen Rekordmeister, bei dem außerdem Trainer Hitzfeld letztmals als Trainer auf der Bank des aktuellen Double-Gewinners saß, waren Jan Schlaudraff (ebenfalls in seiner letzten Partie für Bayern, 18./51.) und Zé Roberto (37.) die Torschützen. Für einen schlechten Beigeschmack des Spiels sorgte der brasilianische Innenverteidiger Breno, der in der 84. Minute nach einem Revanchefoul die Rote Karte sah.

Kahn war bereits in der 54. Minute unter dem Beifall des Publikums in Kolkata, dem früheren Kalkutta, von Michael Rensing abgelöst worden. "Das ist ein besonderer Moment, danke für diese großartige Nacht", sagte er über das Stadionmikrofon, als er bereits in der Pause seines "End-Spiels" von den Gastgebern beschenkt wurde, unter anderem mit einem mit 8400 Diamanten besetzten Pokal.

Zum Abschluss spielte der äußerlich nahezu ungerührte Kahn immerhin noch vor der gewaltigsten Kulisse seiner Karriere. Das Salt-Lake-Stadion der westbengalischen 15-Millionen-Metropole ist nach dem "Stadion des 1. Mai" in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang (150.000 Plätze) das zweitgrößte der Welt. Am 2. September dieses Jahres erhält Kahn noch ein offizielles Abschiedsspiel in der Münchner WM-Arena. Dann spielt der FC Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft.

fpf/sid



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