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Torwart-Abschied Jens Lehmann hört auf

Torwart Jens Lehmann fährt zwar noch einmal zur WM nach Südafrika - aber nur noch als TV-Experte. Seine Sportlerkarriere wird der 40-jährige Keeper des VfB Stuttgart dagegen im Sommer definitiv beenden. Die Familie hatte das letzte Wort.

Hamburg - Der frühere Nationaltorwart Jens Lehmann beendet seine Fußballkarriere zum Saisonende am 8. Mai. Das teilte der Schlussmann des VfB Stuttgart am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit. "Das hat der Familienrat so entschieden", begründete der 40-Jährige seinen Entschluss. Er werde auch kein Angebot aus dem Ausland mehr annehmen.

Bei der WM im Sommer in Südafrika wird Lehmann dennoch dabei sein: Dann wird er als TV-Experte für den Bezahlsender Sky im Einsatz sein. Lehmann bestritt 61 Länderspiele und war bei der WM 2006 und der EM 2008 die deutsche Nummer eins. Vor dem Heimturnier vor vier Jahren hatte ihn der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach einem brisanten Zweikampf mit Oliver Kahn zum Stammtorwart erklärt. Nach der Europameisterschaft 2008 war er von Klinsmanns Nachfolger Joachim Löw nicht mehr berücksichtigt worden.

Der Torwart selbst hatte zuletzt noch mit einer WM-Teilnahme als Aktiver geliebäugelt. Löw hatte allerdings stets betont, dass er sich auf die jüngeren Tormänner René Adler, Manuel Neuer und Tim Wiese festgelegt habe. In einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes sprachen sich erst in der vergangenen Woche noch 32,6 Prozent der Befragten für Lehmann als Nummer eins bei der WM in Südafrika aus. Der aktuelle Stammtorhüter René Adler lag nur 0,1 Prozent vor seinem Vorgänger, Manuel Neuer und Tim Wiese hinkten weit hinterher.

In der Bundesliga spielte Lehmann vor seinem Engagement in Stuttgart für den FC Schalke 04, mit dem er 1997 Uefa-Cup-Sieger wurde, und Borussia Dortmund, mit der er 2002 Deutscher Meister wurde. Sein Auslandsengagement beim AC Mailand (1998) war nicht von Erfolg gekrönt. Mit dem FC Arsenal, für den er fünf Jahre spielte, erreichte Lehmann 2006 das Champions-League-Endspiel gegen den FC Barcelona (1:2), in dem er allerdings nach nicht einmal 20 Minuten die Rote Karte sah.

Lehmann hatte im Lauf seiner Karriere immer wieder polarisiert und provoziert. Noch in seiner jetzt letzten Saison als Profi war er mehrfach ausgerastet und hatte zum wiederholten Male in seiner Laufbahn eine Rote Karte kassiert.

"Ich bin immer noch fit und werde den Fußball vermissen. Es waren zwei schöne Jahre in Stuttgart. Ich hoffe, wir erreichen noch das internationale Geschäft", sagte Lehmann am Dienstag. Andererseits freue er sich auch auf die freie Zeit für sich und seine Familie. "Nach der WM brauche ich eine Pause. Dann kann ich zum ersten Mal richtig Urlaub machen", sagte er.

aha/dpa