Torwartstreit Köpke regt frühe Entscheidung an

Andreas Köpke ist beim Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Kamerun erstmals als neuer Torwarttrainer im Einsatz und hat seine drei Keeper gleich zu einem Meinungsaustausch gebeten. Anschließend gab er Bundestrainer Jürgen Klinsmann eine Empfehlung.


Bundestorwarttrainer Köpke, Keeper Lehmann: "Ein erster Schritt, um eine vernünftige Basis zu erreichen"
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Bundestorwarttrainer Köpke, Keeper Lehmann: "Ein erster Schritt, um eine vernünftige Basis zu erreichen"

Leipzig - "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht gut ist, wenn man sich erst unmittelbar vor Turnierbeginn auf eine Nummer eins festlegt", erklärte Köpke, 42, vor dem Länderspiel der DFB-Auswahl am kommenden Mittwoch in Leipzig gegen Kamerun (20.40 Uhr/Liveticker bei SPIEGEL ONLINE). Köpke erinnerte dabei an die Vorbereitungen zur WM 1994 in den USA, als der damalige Bundestrainer Berti Vogts ihm erst unmittelbar vor dem Abflug zum Turnier mitgeteilt habe, dass er die Nummer zwei hinter Bodo Illgner sei. "Das war schon sehr brutal. Ich wäre danach am liebsten nach Hause gefahren", so der ehemalige Keeper vom 1. FC Nürnberg, der Frankfurter Eintracht und Olympique Marseille.

Köpke, der die Nachfolge von Sepp Maier angetreten hat und in Leipzig erstmals für die Betreuung der Nationaltorhüter verantwortlich ist, wies aber darauf hin, dass Klinsmann in allen Fragen die letzte Entscheidung habe. Zudem unterstrich der Europameister von 1996, dass der eingeschlagene Weg der Rotation vor allem bei den Torleuten sinnvoll sei und die beiden erfahrenen Keeper Oliver Kahn und Jens Lehmann sowie Timo Hildebrand mit dieser Situation keine Probleme hätten.

"Offen und respektvoll"

Dies war das Ergebnis eines knapp einstündigen Gespräches zwischen Köpke sowie den drei aktuellen DFB-Keepern im Leipziger DFB-Quartier. Köpke betonte, dass die Zusammenkunft kein Krisengipfel, sondern lediglich ein Meinungsaustausch gewesen sei, "ein erster Schritt, um eine vernünftige Basis zu erreichen". Köpke hatte in Absprache mit Klinsmann und dessen Assistenten Joachim Löw das Gespräch mit den Schlussleuten alleine geführt. "Es war ein sehr positiver Austausch, in dem alle Dinge angesprochen wurden, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergehen soll. Wir sind übereingekommen, gemeinsam einen positiven Weg zu beschreiten. Deshalb werden wir alle offen und respektvoll miteinander umgehen."

Löw erklärte in diesem Zusammenhang, dass jetzt auch der Zeitpunkt erreicht sei, an dem "dieses Thema ausgelutscht ist". Gleichwohl bestätigte Löw, dass es am Donnerstag noch ein Gespräch der sportlichen DFB-Führung mit den Verantwortlichen von Bayern München über dieses Thema geben werde. "Wir werden aber nicht von unserer Linie abweichen", machte der Klinsmann-Assistent klar.

Unterredung auch mit den Bayern-Funktionären

Vor allem Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte die jüngste Diskussion um die Torhüter-Rotation ins Rollen gebracht. Der ehemalige Nationalspieler hatte behauptet, dass Klinsmann mit seiner Maßnahme die Torhüter Kahn und Lehmann zusätzlich unter Druck setze.

Klinsmann wiederholte, dass "wir uns die Meinung der Bayern genauso anhören wie die Ratschläge anderer Experten wie Uli Stein oder Toni Schumacher". Aber der Bundestrainer machte auch deutlich, dass er nach wie vor von der Richtigkeit seiner Entscheidung überzeugt ist: "Deshalb halten wir den Konkurrenzkampf nicht nur bei den Torhütern bis zum Schluss offen."

Vor dem Kamerun-Spiel hatte sich Klinsmann frühzeitig auf Lehmann festgelegt, der im 750. Länderspiel der DFB-Geschichte im mit 44.200 Zuschauern ausverkauften Zentralstadion zu seinem 21. Länderspiel kommt. Kahn, der am Montagvormittag ebenso wie die anderen drei Nationalspieler aus München nach dem Bundesliga-Match der Bayern am Sonntag in Bochum geschont wurde, sitzt wie abgesprochen auf der Bank. Hildebrand reiste nach dem Meinungsaustausch wieder zurück nach Stuttgart.



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