3. Etappe der Tour de France Favoriten stürzen reihenweise, Merlier gewinnt chaotischen Massensprint

Mit Primož Roglič und Geraint Thomas stürzten auf der dritten Etappe der Tour de France zwei Favoriten auf den Gesamtsieg. Auch beim Kampf um den dritten Etappensieg kam es auf der Zielgeraden zum Sturz.
Tim Merlier feiert seinen Etappensieg

Tim Merlier feiert seinen Etappensieg

Foto:

Benoit Tessier / AP

Der Belgier Tim Merlier hat den chaotischen ersten Massensprint bei der Tour de France gewonnen. Der 28-Jährige vom Team Alpecin-Fenix gewann die dritte Etappe auf dem 182,7 Kilometer langen Teilstück von Lorient nach Pontivy vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen und Nacer Bouhanni (Arkea-Samsic). Das Gelbe Trikot verteidigte der Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) erfolgreich.

Auf der Zielgeraden waren Topfavorit Caleb Ewan (Lotto-Soudal) und Peter Sagan (Bora-hansgrohe) in Schlagdistanz zu den beiden Führenden, gingen nach einer Kollision aber zu Boden. Sprintstar Ewan blieb auf der Straße liegen und musste behandelt werden. Später am Abend teilte Lotto-Soudal mit, dass der Australier die Tour mit einem Schlüsselbeinbruch nicht würde fortsetzen können.

Zuvor waren bereits die Favoriten auf den Gesamtsieg Primož Roglič (Jumbo Visma) und Geraint Thomas (Ineos) gestürzt. Roglič verlor mehr als eine Minute auf den Tagessieger. Der 31-Jährige rutschte zehn Meter durch den Schotter am Straßenrand in den Graben, berappelte sich aber schnell wieder.

Auch Pogačar verliert

Auch Titelverteidiger Tadej Pogačar erwischte es, vier Kilometer vor der Ziellinie blieb er bei einem Sturz mehrerer Fahrer zwar auf dem Rad, verlor aber den Anschluss an die Spitze. Am Ende rollte Pogačar mit 26 Sekunden Rückstand über die Ziellinie und verlor den dritten Platz der Gesamtwertung. Dort führt van der Poel mit acht Sekunden Vorsprung vor Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe und 31 Sekunden vor Richard Carapaz aus Ecuador.

Nur van der Poels Teamkollege Merlier konnte sich am Ende freuen. »Es ist perfekt gelaufen für uns. Ich kann es gar nicht glauben. Ich bin jetzt Tour-de-France-Etappensieger. Das ist ein Traum für mich«, sagte der Belgier. Max Walscheid aus Neuwied behielt in dem Chaos halbwegs den Überblick und sprintete auf einen guten zehnten Platz.

hba/sid/dpa