Peter Neururer attackiert DFB "Idioten fußballerischer Art"

Peter Neururer setzt zum Rundumschlag an - und attackiert in einem Interview die Führung des Deutschen Fußball-Bundes und Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer. Sorgen machen dem Trainer des VfL Bochum überhöhte Ablösesummen. So entstünden Aggressionen.
Bochums Trainer Neururer: Angriff auf die DFB-Führung

Bochums Trainer Neururer: Angriff auf die DFB-Führung

Foto: Kevin Kurek/ dpa

Hamburg - Peter Neururer ist ein Freund klarerer Worte. Eine Meinung hat der Trainer von Zweitligist VfL Bochum zu allen Unterthemen seines großen Lieblingsthemas: dem Profifußball. Im Interview mit ran.de übt er nun schwere Kritik an Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer, der Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die nach Neururers Ansicht die Schuld am Vorrunden-Aus der U21 bei der Europameisterschaft in Israel trägt - und äußert sich besorgt über zu hohe Ablösesummen.

Über den Transfer von Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern, der nach Neururers Einschätzung mit Ablösesumme und Gehalt ein Volumen von rund 50 Millionen Euro hat, sagt der Trainer: "Dazu fällt mir nichts mehr ein! Ich gönne dem Jungen das Geld, keine Frage. Aber wozu führt das?! Wie soll der andere Junge, der Woche für Woche in der Kurve steht, das noch begreifen?! So entstehen Aggressionen, so verliert der Fußball auf Dauer seine Erdung!"

Die Führungsetage des DFB geht Neururer mit harten Worten an, spricht im Zuge der U-21-EM von "Schwachmatismus" und fragt, "was für Idioten fußballerischer Art das sind, die den Stellenwert des deutschen Fußballs, der sogar an Spanien vorbeigeschossen ist, für völlig belanglose Spiele gegen die USA und gegen Ecuador aufs Spiel setzen, statt die entsprechenden Spieler für die U-21-EM in Israel abzustellen".

Akteure wie Marc-André ter Stegen, André Schürrle oder Julian Draxler wären noch für die U21 spielberechtigt gewesen, nahmen aber mit der ersten Mannschaft des DFB an einer Testspiel-Reise in die USA teil. Das EM-Aus der deutschen U21 hatte schon nach zwei Vorrundenspielen festgestanden. Mit dieser Politik des DFB werde "mit einem Schlag wieder umgehauen", was man in den Jahren zuvor aufgebaut habe, klagt Neururer.

In Richtung des Münchner Sportdirektors Sammer sagt der Trainer: "Ich weiß nicht, was genau Matthias Sammer bei Bayern München macht. Aber ich weiß, dass der FC Bayern die Erfolge der vergangenen Saison nicht wegen, sondern trotz Matthias Sammer erreicht hat."

buc
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