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Hertha-Chaos: Lügenbaron in der Hauptstadt

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Trainer-Rauswurf Hertha BSC trennt sich von Babbel

Am Ende ging alles ganz schnell: Nach einer eintägigen Schlammschlacht bei Hertha BSC hat der Fußball-Bundesligist Trainer Markus Babbel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Nachdem es zwischen ihm und Manager Michael Preetz schon am Samstag gekracht hatte, legte der Coach am Sonntag nach.

Hamburg - Markus Babbel ist nicht mehr Trainer von Hertha BSC. Am Sonntag gab der Berliner Fußball-Bundesligist die sofortige Trennung vom 39 Jahre alten Chefcoach bekannt. Nach heftigen Dissonanzen zwischen Manager Michael Preetz und Babbel am Samstag hatte sich der Trainerwechsel bereits abgezeichnet.

Babbel hatte am Rande des Punktspiels zwischen 1899 Hoffenheim und der Hertha (1:1) öffentlich gemacht, seinen Vertrag nicht verlängern und die Berliner nach dieser Saison verlassen zu wollen. Babbels Angaben, den Club darüber Anfang November unterrichtet zu haben, widersprachen Preetz und Präsident Werner Gegenbauer.

"Das ist überflüssig wie ein Kropf. Dass da niemand unbeschadet herauskommt, ist klar", kommentierte Gegenbauer die hausgemachte Posse, vergiftete das Klima mit seinen Aussagen jedoch selbst, als er Babbel der Lüge bezichtigte.

Babbel lehnte weiteres Gespräch mit Manager Preetz ab

"Ich habe es nicht nötig, irgendwelchen Scheiß zu erzählen", sagte Babbel am Sonntagmorgen. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich da gradlinig bin. Warum soll ich da rumeiern? Ich habe mich intern zu meiner Zukunft frühzeitig geäußert, um dem Verein die Möglichkeit zu geben, planen zu können", sagte Babbel und merkte in Richtung Preetz an: "Da hat er vielleicht nicht richtig zugehört."

Babbel betonte vor der Bekanntgabe seines Rauswurfs, es sei ausgeschlossen, dass er sich mit Preetz nochmals zusammensetzen werde. "Das kann ich nicht. Das ist ein Punkt, den ich nicht akzeptieren kann, dass ich als Lügner hingestellt werde. Da müssen Sie mich verstehen, dass ich dann das Gespräch nicht mehr führen kann", sagte Babbel, der den damaligen Zweitligisten Hertha BSC am 1. Juli 2010 übernommen und in der vergangenen Saison souverän zum Aufstieg geführt hatte.

Ebenfalls am Sonntag setzten sich Gegenbauer und Preetz zusammen und berieten über mögliche Konsequenzen. Am Ende dieses Gesprächs stand die Trennung von Babbel. "Das Vertrauensverhältnis ist einfach dahin", begründete Preetz den Schritt noch vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Wer dann Hertha coachen soll, ist noch unklar. In der Rückrunde soll Michael Skibbe Trainer in Berlin werden. Der ehemalige Coach von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt betreut derzeit noch den türkischen Erstligisten Eskisehirspor. Er soll Hertha zum 1. Januar 2012 übernehmen. Für eine Freigabe müssten die Berliner eine Ablöse zahlen. Skibbe selbst wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern: "Ich finde es nicht angebracht, in einer solchen Situation darüber zu reden", wird er in der türkischen Zeitung "Hürriyet" zitiert.

ham/sid/dpa/dapd
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