Trainerdämmerung Hoeneß und Co. mobben Hitzfeld

Für Ottmar Hitzfeld brechen in München harte Zeiten an. Die Vereinsführung des deutschen Fußball-Rekordmeisters hat sich ganz offensichtlich auf den Bayern-Trainer eingeschossen.


Ottmar Hitzfeld: Der Job in München hat ihm schon einmal mehr Spaß gemacht
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Ottmar Hitzfeld: Der Job in München hat ihm schon einmal mehr Spaß gemacht

München - Nachdem die obersten Bayern-Funktionäre in der jüngsten Zeit schon auf Distanz zu Hitzfeld gegangen waren (angeblich wegen der ausbleibenden Erfolge in der Bundesliga), legte Manager Uli Hoeneß am Dienstag nach. Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der "Süddeutschen Zeitung" kritisierte Hoeneß Hitzfeld wegen dessen Beratertätigkeit für eine Bank.

"Darüber haben wir noch gar nicht diskutiert. Aber Sie können sicher sein, dass wir uns in den kommenden Tagen darüber unterhalten werden - und zwar ziemlich kontrovers", kündigte Hoeneß in der "SZ" an. Die "Bild am Sonntag" hatte publik gemacht, dass Hitzfeld künftig als "bezahlter Botschafter" eines speziell für Profisportler gedachten Programms zur Finanzplanung tätig sein werde.

Hitzfeld selbst, der zuletzt wegen einer Affäre mit einem brasilianischen Model in die Schlagzeilen geraten war, sieht keinen Interessenkonflikt zwischen seiner Trainerarbeit und seinem neuen Repräsentantenjob. "Das geht alles von meiner Freizeit ab. Ich bin unabhängig und kann in meiner Freizeit tun und lassen, was ich will", sagte der 53-Jährige, unter dem die Bayern dreimal deutscher Meister wurden, die Champions League gewannen und zum Weltpokalsieger aufstiegen.

"Nicht ganz ungefährlich"

Das finden Hoeneß und Co. überhaupt nicht. Er hätte uns vorher fragen müssen, verlautete aus der Bayern-Führungsetage. Für Präsident Franz Beckenbauer ist Hitzfelds unerlaubte Nebentätigkeit "nicht ganz ungefährlich".

Hitzfeld werde keineswegs als Finanzberater auftreten, versuchte der Pressesprecher der Bank, Ralf Horak, in der "SZ" die Wogen zu glätten. Vielmehr solle der Fußballcoach etwa bei einer Kundenveranstaltung, auf einem Golfturnier oder einem Mitarbeiterkongress "eine kleine Rede" halten. Hoeneß behält sich dennoch Schritte gegen Hitzfeld vor. Notfalls werde das Ganze "rückgängig gemacht".



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