Trainerkarussell Christoph Daum juckt es doch

Obwohl der kriselnde VfB Stuttgart derzeit weiter an seinem Trainer Ralf Rangnick festhält, hat sich nun ein alter Bekannter bei den Schwaben ins Gespräch gebracht.


Christoph Daum: "Freundschaftliche Beziehungen in Schwaben"
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Christoph Daum: "Freundschaftliche Beziehungen in Schwaben"

Köln - Gerade erst hat er einen TV-Vertrag unterschrieben, dennoch hält Christoph Daum sich die Möglichkeit zur Übernahme eines Trainerpostens offen. Der frühere Coach des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen will nicht ausschließen, dass es Umstände gäbe, unter denen er "kurzfristig einspringen würde, um eine Hilfestellung zu geben", sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL.

Eigentlich habe er sich dieses Ziel erst für die kommende Saison gesetzt. "Es ist deshalb nicht so, dass ich nach einem Traineramt giere. Aber warten wir mal ab. Ich weiß, dass im Fußball nichts unmöglich ist, insofern will ich auch nichts gänzlich ausschließen."

Auf Spekulationen angesprochen, er werde als Trainer zum krisengeschüttelten VfB Stuttgart zurückkehren, entgegnete Daum: "Ich habe lange Zeit bei den Schwaben gearbeitet und habe dort viele freundschaftliche Beziehungen aufgebaut. Den Kontakt zum VfB hat es deshalb zu jeder Zeit gegeben, auch jetzt." Dies sei aber nichts Besonderes auf Grund der derzeitigen Situation dort.

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Daum-Comeback

Kehrt Christoph Daum noch diese Saison in die Fußball-Bundesliga zurück?

Daum, der im vergangenen Jahr des Kokainkonsums überführt worden war, betonte weiter, er habe die Ereignisse der letzten Monate gut verarbeitet. Die Zeit in Florida habe ihm sehr dabei geholfen, Abstand zu gewinnen. "Ich konnte dort mit Ruhe einige Dinge richtig einordnen und gewichten und weiß auch, wie ich mich in Zukunft zu verhalten habe."

VfB-Sportdirektor Rüssmann weist Spekulationen zurück


Der Sportdirektor des VfB Stuttgart, Rolf Rüssmann, hat unterdessen Berichte entschieden dementiert, er habe bereits mit möglichen Nachfolgern für Trainer Ralf Rangnick verhandelt. Neben Daum wurde auch der Name Otto Rehhagel in die Runde geworfen. "Das ist dummes Zeug", versicherte Rüssmann am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Er habe auch mit keinem anderen Trainer gesprochen. Einer Radiomeldung zufolge soll der Manager des stark abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten in einem Restaurant in der Nähe Stuttgarts den derzeit arbeitslosen und zuletzt beim 1. FC Kaiserslautern zurückgetretenen Rehhagel getroffen haben.

"Mir ist die Loyalität mit Ralf Rangnick wichtig", sagte Rüssmann. In der jetzigen Situation sei es wichtig, dass man zusammenstehe. Es sei aber "nichts Außergewöhnliches, dass derzeit solche Gerüchte auftauchen".



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