Trainerkarussell Erkenbrecher wird Möhlmann-Nachfolger

Regionalliga-Spitzenreiter VfB Lübeck steht plötzlich ohne Trainer da. Uwe Erkenbrecher verlässt die Hansestädter und wechselt in die Zweite Fußball-Bundesliga zur Spielvereinigung Greuther Fürth.


Vorzeitiger Aufstieg: Uwe Erkenbrecher
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Vorzeitiger Aufstieg: Uwe Erkenbrecher

Lübeck - "Das ist eine große Chance", sagte der 46-jährige Erkenbrecher, nachdem der VfB am Donnerstag den Vertrag mit seinem bisherigen Cheftrainer aufgelöst hatte. Bis zum Beginn der Winterpause übernimmt sein Assistent Dirk Bremser die Leitung der Mannschaft und wird auch am Samstag beim Auswärtsspiel in Uerdingen auf der Bank sitzen. Die Lübecker, die sich bis zuletzt gegen den Wechsel wehrten, erhalten eine Ablösesumme in Höhe von rund 100.000 Mark. "Bis zum Trainingsauftakt am 2. Januar 2001 werden alle Weichen für die weitere Zukunft gestellt sein", teilte VfB-Geschäftsführer Jürgen Springer mit. In der Hansestadt hat die Suche begonnen.

Unter der Regie von Erkenbrecher konnte Lübeck in den vergangenen beiden Wochen die überraschende Führungsposition in der Regionalliga Nord behaupten. Trotzdem gab es hinter vorgehaltener Hand Kritik am Trainer. "Ich habe mich in Lübeck sehr wohl gefühlt", sagte Erkenbrecher trotzdem und betonte, dass sein Wechsel rein sportliche Gründe habe. Schon vor Monatsfrist stand "Erke" als Nachfolger von Wolfgang Frank auf der Wunschliste des MSV Duisburg. Ehe nun der Wechsel ins Frankenland, das Benno Möhlmann in Richtung Bielefeld verlassen hatte, über die Bühne ging, wurde hinter den Kulissen kräftig gepokert. "Ich dachte schon, es wird nichts", gab der umworbene Coach zu.

Erkenbrecher wird am Sonntag nach dem Zweitliga-Spiel von Greuther Fürth sein neues Amt übernehmen und einen Vertrag über anderthalb Jahre unterschreiben. Fürths Interimscoach Paul Hesselbach, der keine Fußball-Lehrer-Lizenz besitzt, darf gegen die Stuttgarter Kickers letztmals mit Sondergenehmigung des DFB als Cheftrainer fungieren. Danach wird Erkenbrecher übernehmen. "Es wäre schön, wenn wir im nächsten Jahr mit Greuther Fürth in Lübeck in der Zweiten Bundesliga spielen könnten."



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