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17. August 2007, 11:33 Uhr

Transferstreit

Drohungen gegen van der Vaart, HSV schaltet Fifa ein

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Die Schlammschlacht geht weiter: HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer hat im Transferstreit mit dem FC Valencia die Fifa und die DFL eingeschaltet. Rafael van der Vaarts Frau Sylvie sagte heute einer Zeitung, sie fühle sich und ihre Familie bedroht.

Hamburg - HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer hat einen Brief an den FC Valencia geschickt, in dem er anmahnte, die Bemühungen um van der Vaart "unverzüglich" einzustellen, da der Spieler nicht zum Verkauf stünde. Kopien dieser Briefe wurden an die DFL und die Fifa gesandt, die sich bei weiteren Verstößen einschalten könnten.

Laut Fifa-Statuten darf ein Profi durch einen Konkurrenz- Club nicht zur Vertragsauflösung bewegt werden. HSV-Sprecher Jörn Wolf bestätigte heute einen entsprechenden Bericht des "Hamburger Abendblatts". "Sollte Lerby (van der Vaarts Berater, Anm. d. Red.) oder Valencia nachgewiesen werden, dass sie van der Vaart aufgefordert haben, seinen Verkauf zu forcieren, droht Lerby seine Vermittler-Lizenz zu verlieren. Valencia drohten hohe Geldstrafen", schreibt das "Abendblatt" weiter. Lerby hatte gestern zusammen mit van der Vaarts Vater Beiersdorfer zu überreden versucht, aber eine deutliche Abfuhr erhalten.

Unterdessen wird der Druck auf die Familie offenbar immer größer. Van der Vaarts Ehefrau Sylvie fürchtet um ihre Sicherheit und die ihres Sohnes, wie die "Bild"-Zeitung heute berichtet. Demnach traue sich die 29-Jährige nicht mehr aus der Wohnung, weil sie sich von HSV-Fans bedroht fühle.

"Jetzt wird die Sache wirklich unschön. Ich habe Angst, sorge mich besonders um meinen Sohn. Gerade, wenn Rafael nicht in Hamburg ist", sagte sie der Zeitung. Auf den Stadionbesuch am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), wenn der HSV sein erstes Heimspiel gegen Leverkusen bestreitet, wolle Sylvie van der Vaart verzichten, berichtet das Blatt weiter.

"Hundert Jahre ohne van der Vaart"

Der 24-jährige Spielmacher des HSV wird massiv vom FC Valencia umworben. Dem Verein liegt seit Tagen ein Angebot über 14 Millionen Euro für den Niederländer vor. Während der HSV-Vorstand stets betonte, dass der Nationalspieler "unverkäuflich" sei, drängte van der Vaart zuletzt immer dreister auf einen Wechsel. Dem spanischen Radiosender Radio Nou soll van der Vaart in einem Interview gesagt haben, dass er den Druck auf den HSV erhöhen will, um bereits am kommenden Samstag bei der Präsentation der Mannschaft in Valencia dabei zu sein.

Für zusätzliche Unruhe sorgte zuletzt eine Rückenverletzung des Profis, die er sich beim Hochheben seines Sohnes zugezogen haben will. Im gestrigen Qualifikationsspiel für den Uefa-Cup bei Honved Budapest (0:0) hatte van der Vaart mit Verspannungen im muskulären Bereich gefehlt, um somit für den FC Valencia noch in der Champions League zum Einsatz zu kommen.

Die Lokalpresse in Valencia berichtet, dass van der Vaart bereits nach einem Haus in der ostspanischen Hafenstadt suche. Seinem Freund Shota Arveladze, der in Valencia beim Lokalrivalen UD Levante unter Vertrag steht, habe der HSV-Kapitän gesagt: "Such mir eine Bleibe, ganz bei Dir in der Nähe." Beide Fußballer hatten 2000/01 für Ajax Amsterdam gespielt. Der HSV lehne jedoch weiterhin jeden Kontakt mit dem FC Valencia ab, berichteten die Zeitungen "Las Provincias" und "Levante".

Der Partner von Lerby, Bayram Tutumlu, sagte der valencianischen Presse: "Die Sache ist keine Frage des Geldes. Was der HSV verlangen wird, dürfte von der Offerte des FC Valencia nicht sehr weit entfernt sein." Laut "Las Provincias" will der FC Valencia, der bisher 14 Millionen Euro Ablöse bot, dem HSV-Kapitän einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem Nettoeinkommen von 1,8 Millionen Euro im Jahr geben.

Van der Vaarts Kredit bei Fans und Mitspielern wird nicht zuletzt durch die seltsame Verletzung immer geringer. Die Anhänger in Budapest stimmten gestern schon "van der Vaart - Hochverrat"-Gesänge an. Mitspieler Vincent Kompany sagte der "Bild-Zeitung": "Der HSV hat in den letzten hundert Jahren ohne van der Vaart gespielt und kann es auch die nächsten hundert". Das sieht der Vorstand allerdings ganz offensichtlich anders. "Die Fronten sind völlig verhärtet", sagte der HSV-Aufsichtsratsvorsitzende Horst Becker.

HSV-Torwartlegende Uli Stein hat Verständnis für die Hartnäckigkeit der HSV-Verantwortlichen - und gleichzeitig einen Tipp parat: "Es gibt eigentlich nur zwei Varianten: Entweder er geht, oder - und das würde ich so machen - man setzt ihn auf die Tribüne und lässt ihn verhungern", so Stein im "Abendblatt". Ob van der Vaart am Sonntag in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen auflaufen wird, ist unklar.

Mit Material der dpa

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