»Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit« Auch Fußball-Weltverband Fifa überprüft Transgender-Regeln

Transsexuelle Schwimmerinnen und Rugbyspielerinnen dürfen bereits nur noch eingeschränkt an Frauenwettbewerben teilnehmen. Nun könnte auch der Fußball nachziehen: Die Fifa arbeitet an neuen Richtlinien.
»Die Fifa überarbeitet derzeit ihr Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit in Absprache mit Experten«, teilte ein Sprecher mit

»Die Fifa überarbeitet derzeit ihr Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit in Absprache mit Experten«, teilte ein Sprecher mit

Foto: Ruben Sprich/ REUTERS

Der Fußball-Weltverband Fifa arbeitet an neuen Richtlinien zum Umgang mit Transgender-Athleten. »Die Fifa überarbeitet derzeit ihr Reglement zur Geschlechtergerechtigkeit in Absprache mit Experten«, teilte ein Fifa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag mit.

Die Fifa stütze sich dabei einerseits auf die Vorgaben zahlreicher Interessengruppen für Medizin, Recht, Wissenschaft/Leistung und Menschenrechte. Zudem verwies der Weltverband auf den IOC-Rahmen für Fairness, Inklusion und Nichtdiskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität und Geschlechtsunterschieden  vom November 2021. Da der Prozess noch nicht abgeschlossen sei, könne man sich zu Einzelheiten der vorgeschlagenen Änderungen des bestehenden Reglements derzeit aber nicht äußern.

Sollte die Fifa vor Inkrafttreten des neuen Reglements zur Überprüfung einer Spielberechtigung für einen Transmenschen aufgefordert werden, werde jeder einzelne Fall unter Berücksichtigung der »klaren Verpflichtung der Fifa zur Achtung der Menschenrechte« behandelt, hieß es am Dienstag.

Neue Regeln auch im Rugby und Schwimmen

Die International Rugby League (IRL) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Transgender-Athleten bis auf Weiteres von internationalen Frauenwettbewerben ausgeschlossen würden. Die IRL schrieb in einer von australischen Medien veröffentlichten Erklärung, sie müsse sich zunächst weiter beraten, bevor sie sich endgültig festlege.

Der Schwimmweltverband Fina hatte am Sonntag bereits neue Regeln für Transmenschen festgelegt. Demnach dürfen sie nur an Frauenwettbewerben teilnehmen, wenn sie ihre Geschlechtsanpassung bis zum Alter von zwölf Jahren abgeschlossen haben. Zudem gibt es Überlegungen einer sogenannten »offenen« Wettkampfkategorie.

Auch der Leichtathletik-Weltverband könnte nach Aussagen seines Vorsitzenden Sebastian Coe möglicherweise den neuen Fina-Regeln folgen. In der Vorwoche hatte auch der Internationale Radsportverband seine Regeln für die Zulassung von Transgender-Athleten mit strengeren Grenzwerten aktualisiert.

Das Thema war zuletzt wieder in den Mittelpunkt gerückt, als die US-Schwimmerin Lia Thomas im März als erste Transfrau auf der höchsten Ebene des Collegesports Meisterin geworden war (Lesen Sie hier mehr dazu ).

cev/dpa/Reuters