Fotostrecke

Andacht für Robert Enke: Tausende in Trauer vereint

Foto: DDP

Trauerandacht Tausende Menschen nehmen Abschied von Robert Enke

Bei einem Gedenkgottesdienst haben mehrere tausend Menschen Abschied von Nationaltorhüter Robert Enke genommen. Familie, Freunde und Fans nahmen an der Andacht teil. Unter den Trauergästen waren auch DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw und Spieler der Nationalmannschaft.

Hamburg - Bei einer bewegenden Trauerandacht haben im Beisein der Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mehrere tausend Menschen Abschied von Nationaltorhüter Robert Enke genommen. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Assistenten Hans-Dieter Flick und Andreas Köpke sowie Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwiesen am Mittwochabend ihrem toten Freund und Kollegen in der überfüllten Marktkirche von Hannover die Ehre. Rund 700 Menschen drängten sich in dem Gotteshaus, um der Andacht der Landesbischöfin Margot Käßmann zu folgen. Vor der Kirche standen noch mehr als 3000 Menschen.

"Der Tod dieses Sportlers zeigt, dass Fußball nicht alles ist in unserem Leben. Hinter Beliebtheit und Erfolg kann es auch abgrundtiefe Einsamkeit und Verzweiflung geben", sagte Käßmann in ihrer Predigt. "Leid, Schwäche und Krankheit sind Teil unseres Lebens. Dafür darf es keine Pfiffe geben, sondern Empathie und Mitleid." Robert Enke habe nicht gewollt, dass andere Menschen ihm auf diesem Weg folgen. "Er hat das Leben geliebt", sagte Käßmann und schloss mit den Worten: "You'll never walk alone - nein, du gehst nicht allein." Der katholische Pfarrer Heinrich Plochg zeigte Torwarthandschuhe, die Enke ihm nach einem Spiel geschenkt hatte. "Ich habe noch am Sonntag hinter dem Tor gesessen. Es ist ein großer Verlust nicht nur für die Familie."

Fotostrecke

Tod von Robert Enke: Anteilnahme von Barcelona bis Jena

Enkes Frau Teresa, die als Erste eine Kerze zum Gedenken entzündete, kam in Begleitung von Enkes Eltern sowie Enke-Manager und Freund Jörg Neblung. Teresa Enke hatte am Vormittag auf einer sehr emotionalen Pressekonferenz über die schweren Depressionen ihres Mannes, die am Dienstagabend im Freitod des 32-Jährigen endeten, berichtet.

"An dieser großen Anteilnahme sieht man, was Robert Enke den Menschen bedeutet hat. Er hatte nicht nur in Niedersachsen eine große Bedeutung. Das ist eine Tragödie", sagte Karl Rothmund, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Unter den Trauergästen waren der Trainerstab von Enkes Verein Hannover 96 um Coach Andreas Bergmann und Torwarttrainer Jörg Sievers, Clubpräsident Martin Kind sowie einige von Enkes Teamkollegen wie Jiri Stajner, Konstantin Rausch und Hanno Balitsch. Auch die früheren 96-Trainer Dieter Hecking und Mirko Slomka nahmen an der Andacht für ihren ehemaligen Schützling teil. Hannovers Landesregierung war durch Innenminister Uwe Schünemann vertreten.

Schon eine Stunde vor Beginn hatte sich vor der Kirche eine lange Schlange mit Trauernden gebildet. Unmittelbar nach der Andacht führte ein von den Fans organisierter Trauerzug vom Stadtzentrum ins Hannoveraner WM-Stadion. Die Arena war am Tag nach dem tragischen Freitod zur Pilgerstätte für Hunderte von Trauernden geworden. Vor der Geschäftsstelle des Bundesligisten Hannover 96 hatten sich vor den ausliegenden Kondolenzbüchern lange Schlangen von Menschen gebildet, die Abschied vom deutschen Nationaltorwart nehmen wollten.

In der Arena ist am kommenden Sonntag um 11 Uhr eine Gedenkveranstaltung für Robert Enke geplant. Zu dieser werden auch zahlreiche Nationalspieler erwartet. Das teilte DFB-Vizepräsident Rothmund mit. Enke, der mit seinem Club Hannover 96 noch am vergangenen Sonntag in der Arena gegen den Hamburger SV gespielt hatte, hatte sich am Dienstagabend vor einen Zug geworfen und Selbstmord begangen.

wit/dpa/sid

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.