Trotz WM-Vorbereitung Saudi-Arabien entlässt Nationaltrainer

Dass sich eine Mannschaft Saudi-Arabiens für die Fußball-WM qualifiziert, kommt selten vor. Unter Trainer Gabriel Calderon war dies für die Endrunde 2006 gelungen. Trotzdem ist der Argentinier jetzt gefeuert worden. Aus einem erstaunlichen Grund.


Hamburg - Die saudi-arabische Fußballföderation teilte mit, dass Calderon zuletzt keine zufrieden stellenden Ergebnisse vorweisen konnte. Der Verband hat den bisherigen Trainer seines Postens enthoben und durch den Brasilianer Marcos Paqueta ersetzt, der das Team bis 2007 betreuen soll.

Paqueta war bislang Trainer des saudischen Clubs Al-Hilal und führte die brasilianischen U-17- und U-20-Auswahlteams 2003 jeweils zum Weltmeistertitel. Assistenztrainer wird Nasser al-Jawhar, der bei der WM 2002 Trainer der saudischen Mannschaft war, die in ihrem ersten Gruppenspiel gegen Deutschland mit 0:8 Toren verloren hatte.

Calderon hatte die Saudis als Sieger ihrer Qualifikationsgruppe zur Endrunde in Deutschland (für die das Team Gruppe H zugelost worden ist) geführt - noch vor Südkorea, dem Halbfinalisten der WM 2002. Bei den Spielen der vergangenen Wochen befand sich das Team aber in einem Formtief. Zwar gewann die junge Mannschaft ein Testspiel gegen WM-Teilnehmer Paraguay 1:0, doch gegen Ghana, das ebenfalls in Deutschland dabei ist, verlor Calderons Team mit 1:3 Toren.

Für Verstimmung in Saudi-Arabien hatte aber das Abschneiden der Nationalmannschaft beim prestigegeladenen westasiatischen Turnier Mitte Dezember in Katar gesorgt. Dort verloren die Saudis 1:5 gegen den Irak und 0:2 gegen eine B-Mannschaft des Iran. "Die Leistung der Mannschaft spiegelt nicht das Niveau des saudischen Fußballs wieder", sagte damals Prinz Sultan bin Fahad bin Abdulaziz, Präsident des Fußballverbandes des Landes. Calderon hatte für dieses Turnier vornehmlich Nachwuchsspieler nominiert, um diese an internationale Aufgaben heranzuführen.

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