Frauenfußball-Bundesliga Turbine Potsdam feiert vierten Titel in Serie

Acht Tore zum Abschluss: Turbine Potsdam hat mit einem hohen Sieg gegen Leipzig den vierten Meistertitel in Serie perfekt gemacht. Im Fernduell hatte Verfolger Wolfsburg damit das Nachsehen. Potsdam hingegen krönte eine Saison, in der das Team viele Abgänge hatte verkraften müssen.

Potsdams Genoveva Anonma (r.) gegen Leipzig: Torschützenkönigin mit 22 Treffern
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Potsdams Genoveva Anonma (r.) gegen Leipzig: Torschützenkönigin mit 22 Treffern


Hamburg - Der 1. FFC Turbine Potsdam hat zum vierten Mal in Serie die deutsche Frauen-Fußballmeisterschaft gewonnen. Das Team von Trainer Bernd Schröder verteidigte seinen Vorsprung am letzten Spieltag durch einen 8:0 (3:0)-Kantersieg gegen Lokomotive Leipzig. Yuki Nagasato (19./64./71. Minute), Antonia Göransson (36.), Torschützenkönigin Genoveva Anonma mit ihren Toren 21 und 22 (39./55.), Margret Lara Vidarsdottir (86.) und Isabel Kerschowski (88.) erzielten die Tore.

"Es war die schwerste Saison überhaupt - auch wenn es keiner glaubt", sagte Schröder: "Aber wir sind jetzt viermal in Folge deutscher Meister. Wir haben die meisten Tore geschossen, die wenigsten kassiert und stellen die Torschützenkönigin."

Zuletzt war es der damaligen SSG 09 Bergisch-Gladbach mit ihren Titeln von 1979 bis 1984 gelungen, mehr als dreimal nacheinander Deutscher Meister zu werden. Zweiter bleibt Potsdams Verfolger VfL Wolfsburg mit drei Punkten Rückstand. Dem Überraschungsteam der Saison reichte ein 1:1 (0:0) bei der SG Essen-Schönebeck nicht zur Sensation. Absteiger aus der Frauen-Bundesliga ist neben dem Hamburger SV, der seine Mannschaft zurückzieht, Potsdams Abschlussgegner Leipzig.

Turbine musste vor der Saison zahlreiche Abgänge verkraften

Vor 6460 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion traf die japanische Weltmeisterin Nagasato in der 12. Minute aus kurzer Distanz zunächst nur die Latte, doch wenig später machte sie es besser und erzielte das 1:0. Noch vor der Pause sorgten in einem einseitigen Spiel Göransson und Anonma für eine Vorentscheidung. In der zweiten Halbzeit ließ Potsdam zunächst selbst beste Einschussmöglichkeiten aus. In der 52. Minute traf das Team innerhalb von nur wenigen Sekunden zweimal Latte und Pfosten, ehe der hohe Sieg herausgeschossen wurde.

Der vierte Meistertitel in Serie war für Potsdam kein Selbstläufer. Acht Abgänge, darunter die Nationalspielerinnen Fatmire Bajramaj und Anja Mittag, musste Turbine vor dieser Saison verkraften. Als Topfavoriten hatten deshalb die meisten vor der Saison den 1. FFC Frankfurt eingeschätzt, der unter anderem Bajramaj unter Vertrag genommen hatte, am Ende aber nur Rang drei belegte.

In den drei Nationalspielerinnen Babett Peter, Bianca Schmidt (beide Frankfurt) und Viola Odebrecht (Wolfsburg) verlieren die Potsdamerinnen auch nach dieser Spielzeit drei Spitzenkräfte an die Konkurrenz. Auch die letzte Meisterfeier blieb ihnen verwehrt. Bereits am Montagabend mussten die drei zur Nationalmannschaft nach Bielefeld reisen. Am Donnerstag geht es in der EM-Qualifikation gegen Rumänien.

luk/dpa/sid



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