TV-Fußball "ran" weiterhin um 20.15 Uhr

Obwohl die Einschaltquoten für die Sat.1-Fußballshow "ran" eine einzige Katastrophe sind, denkt der Fernsehsender nicht daran, den Sendertermin zurückzuverlegen - vorerst.


Urs Rohner: "Nicht nervös machen lassen"
DPA

Urs Rohner: "Nicht nervös machen lassen"

München - "Es gibt keine Garantien für irgendetwas. Wir werden uns aber auch nicht nervös machen lassen und schauen uns das Ganze bis zum Jahresende sehr genau und selbstkritisch an", erklärte der Vorstandsvorsitzende der ProSieben-Sat.1-Media AG, Urs Rohner, in der "Süddeutschen Zeitung".

"Sollten wir uns getäuscht haben, was ich nicht glaube, werden wir handeln", wollte Rohner jedoch eine Verlegung der derzeit am Samstag um 20.15 Uhr laufenden Sendung nicht grundsätzlich ausschließen. Die Einschaltquoten von "ran" an den ersten beiden Spieltagen - die frühere Anfangszeit war 18.30 Uhr - hatten die Sat.1-Verantwortlichen geschockt. Nur jeweils 2,22 und 2,05 Millionen Zuschauer hatten im Durchschnitt die Sendung verfolgt.

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat sich erneut für den neuen "ran"-Sendetermin stark gemacht. "Wer keinen Decoder hat, wird in ein paar Jahren klaglos akzeptieren, dass er sich um 20.15 Uhr in Sat.1 informieren kann oder ab 22.15 Uhr im ZDF. Das ist nur eine Frage der Zeit. Wir sollten nicht immer so ungeduldig sein und alles gleich niedermachen", schrieb der Münchner Funktionär in "Sport-Bild".

DFB-Präsident verteidigt Kirch

Für DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ist die Diskussion um die Rolle des Rechteinhabers Leo Kirch im Streit über die Fußball-Fernsehberichterstattung unverständlich. "Es ist nun einmal so, dass das Haus Kirch viel Geld zahlt. Da ist ja wohl logisch, dass Herr Kirch versucht, das zu refinanzieren. Er hat ja nie behauptet, dass er eine karitative Unternehmung leitet", erklärte Mayer-Vorfelder in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Der DFB-Boss, der am Freitag zu einem Vermittlungsgespräch zwischen der ARD und der KirchGruppe im Streit um die Fußball-Kurzberichterstattung geladen hat, unterstich zudem erneut seine Zustimmung bezüglich der "Decoder-Strategie" von Kirch, der neben Sat.1 auch am Pay-TV-Sender Premiere beteiligt ist: "Es ist doch ein tolles zusätzliches Angebot, dass man nun alle Bundesligaspiele live im Fernsehen sehen kann. Und im Übrigen: Fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen zahle ich jeden Monat 31,50 Mark."



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