TV-Rechte Bundesliga bleibt ARD und Premiere treu

Neuer Vertrag mit alten Partnern: Die Fußball-Bundesliga läuft für weitere vier Jahre bei ARD und Premiere. Das haben die Proficlubs beschlossen. Der Spartensender DSF verliert die Sonntagsspiele, die künftig ebenfalls in der ARD gezeigt werden.

Hamburg - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die nationalen TV-Rechte für die Spielzeiten 2009 bis 2013 an seine alten Partner Premiere, ARD, ZDF und DSF vergeben und wird dadurch pro Saison 412 Millionen Euro einnehmen. Dies bestätigte die DFL nach der Mitgliederversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten in Frankfurt. "Wir haben uns bewusst für bewährte Medien-Partner entschieden. Auch mit Blick auf die Zuschauer war es uns ein Anliegen, Verlässlichkeit zu demonstrieren", wird DFL-Geschäftsführer Tom Bender in einer Mitteilung der Liga zitiert.

Bundesliga-Kamera: Fußball nach dem Tatort

Bundesliga-Kamera: Fußball nach dem Tatort

Foto: DDP

Das Gesamtvolumen des Vertrages beläuft sich auf 1,65 Milliarden Euro. Der befürchtet hohe Verlust ist damit ausgeblieben. In den vergangenen drei Jahren hatte die Liga im Mittelwert 405 Millionen Euro pro Saison kassiert.

Der Pay-TV-Sender Premiere  , der mit 225 Millionen (2009/2010) bis 275 Millionen Euro (2012/13) der mit Abstand größte Geldgeber bleibt, wird weiterhin alle Spiele der Bundesliga und 2. Liga live übertragen. Das ARD bleibt mit der vom Bundeskartellamt vor 20 Uhr geforderten zusammenfassenden Berichterstattung im Free-TV am Samstag bei der DFL im Boot. Das neue Livespiel am Samstag um 18.30 Uhr läuft ausschließlich bei Premiere. Die ersten Bilder dieser Begegnung sind im Free-TV am Samstagabend im "ZDF-Sportstudio" zu sehen.

"Wir haben in einer schwierigen Lage für den Profi-Fußball ein vorzeigbares Ergebnis erzielt", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Nach DFL-Angaben will der Ligaverband nun "mit allen rechtlichen Möglichkeiten" gegen die Vorgaben des Kartellamtes in Bezug auf die Zentralvermarktung vorgehen. "Es kann nicht sein, dass wir durch behördliche Maßnahmen bis hin zur Programmplanung stärker eingeschränkt werden als alle anderen Ligen in Europa. Wir brauchen in dieser Hinsicht eine grundlegende Klärung", sagte Rauball.

Der schon unterschriebene Vertrag mit Leo Kirchs Vermarktungsfirma Sirius über 500 Millionen Euro jährlich war am Kartellamtsvotum gescheitert, das eine Zusammenfassung der Samstagsspiele vor 20 Uhr gefordert hatte. Die DFL entschied sich nach der Auflösung des Vertrages mit Medienmogul Kirch daraufhin, die Übertragungsrechte selbst auszuschreiben. Die Verhandlungsposition der DFL-Geschäftsführung war durch die internationale Finanzkrise, finanzielle Probleme beim Hauptpartner Premiere und die Forderung des Kartellamts geschwächt - es war deshalb eigentlich ein geringeres Erlösergebnis erwartet worden.

"Unter den gegebenen Umständen halte ich die erzielten Ergebnisse der DFL-Geschäftsführung für ausgezeichnet. Darüberhinaus ist gewährleistet, dass es weiterhin einen ausgewogenen Mix zwischen Pay- und Free-TV gibt. Die neue Anstoßzeit am Samstag um 18.30 Uhr wird der Bundesliga für ihre Zuschauer und auch das Fernsehangebot noch aufwerten", sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in einer ersten Reaktion.

Das Bundesliga-Wochenende im Fernsehen wird die ARD mit einer weiteren "Sportschau" am Sonntagabend nach dem "Tatort" um 21.45 Uhr beenden. Die ARD berichtet dann über die beiden Sonntagsspiele in der Bundesliga, die ab der kommenden Saison zu unterschiedlichen Zeiten (15.30 und 17.30 Uhr) angepfiffen werden. Die ARD kommt außerdem auch weiter als Live-Sender zum Zuge. Neben den Eröffnungsspielen der Hin- und Rückrunden überträgt "das Erste" auch die künftigen Relegationsspiele zwischen dem Bundesliga-Drittletzten und dem Zweitliga-Dritten.

Das DSF, das momentan noch am Sonntagabend über die beiden Sonntagsspiele als Erstverwerter im Free-TV berichtet, wird ab der kommenden Saison nur noch die Spiele der 2. Liga in der Zusammenfassung senden. Darüber hinaus werden die neuen Samstagsspiele der 2. Liga in der Bundesliga-Highlight-Zusammenfassung der ARD gezeigt.

Die Entscheidung der Mitgliederversammlung erfolgte nur eine Woche nach Abgabe der Gebote. Die abgeschlossene Ausschreibung ist damit die frühzeitigste in der Geschichte der DFL. Erstmals wurden die Rechte bereits im November vor der ausgeschriebenen Rechteperiode vergeben.

goe/sid/dpa

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