TV-Rechte Hertha-Boss Schiphorst fordert halbe Milliarde Euro

Im Poker um die Vergabe der Bundesligarechte an TV-Sender verlangt Bernd Schiphorst für die Vereine deutlich mehr Geld. Der Präsident von Hertha BSC Berlin sieht die Bundesliga unterbezahlt. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ist allerdings vorsichtiger.


Berlin - Schiphorst schwebt eine Anhebung der TV-Gelder um ein Drittel vor und spricht davon, dass bei den Verhandlungen ein Ergebnis erzielt werden müsse, das zwischen 400 und 500 Millionen Euro liegt. Bisher erzielt die Deutsche Fußball-Liga (DFL) aus der TV-Vermarktung 300 Millionen Euro pro Saison. Damit sei aber der deutsche Fußball im Vergleich mit den fünf großen Ligen Europas weit abgeschlagen, klagt Schiphorst.

Der Hertha-Präsident, früher auch Manager der Medienunternehmen Ufa und Bertelsmann, fordert zudem eine straffere Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen. Nach 20.15 Uhr dürfe an einem Samstag kein Fußball mehr gesendet werden, weil so ein Programm den Sehgewohnheiten von Familien widerspreche. Auch mit einem sogenannten "Spiel des Tages" am Samstag 18.30 Uhr kann sich Schiphorst nicht anfreunden, da dies eine Konkurrenz zur Bundesligazusammenfassung im Free-TV darstellen würde.

Für Mayer-Vorfelder geht es darum, den Spagat zu schaffen, damit die öffentlich-rechtlichen Anstalten zügig nach Spielende berichten können, die Pay-TV-Stationen aber ihre Möglichkeit bekommen, exklusives Material zu senden. Für den DFB-Präsident ist eine Berichterstattung im freiempfangbaren Fernsehen nach 22 Uhr deutlich zu spät, sagte er im Fernsehsender "n-tv".

Allerdings ist Mayer-Vorfelder etwas vorsichtiger bei den Forderungen nach mehr Geld für die Liga. Zwar hält auch er 300 Millionen Euro pro Saison für zu wenig, die von Schiphorst geforderten 500 Millionen stuft der DFB-Präsident aber als unrealistisch ein. Die Fernsehsender haben noch bis zum 1. Dezember die Möglichkeit, Angebote an die DFL abzugeben.



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