TV-Vermarktung DFL legt Beschwerde gegen Kartellamt ein

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht im Streit mit dem Bundeskartellamt in die nächste Runde: Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf legte die DFL Beschwerde ein. Zuvor hatte das Amt die Liga-Pläne zur TV-Vermarktung als "nicht verbraucherfreundlich" zurückgewiesen.


Hamburg - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat im Streit mit dem Bundeskartellamt um die Fernsehvermarktung der Profiligen am Donnerstag beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde eingelegt.

Liga-Präsident Rauball: "Nicht akzeptable Hürden"
DDP

Liga-Präsident Rauball: "Nicht akzeptable Hürden"

"Die Vermarktungsmöglichkeiten der Bundesliga sind durch das Verhalten des Bundeskartellamts massiv eingeschränkt worden", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball in einer Pressemitteilung. "Durch diesen in Europa einmaligen Vorgang drohen der Liga zudem erhebliche Wettbewerbsnachteile im internationalen Vergleich."

Die DFL spricht von "nicht akzeptablen Hürden" bei der Vermarktung der Medienrechte. "Die Zentralvermarktung mit ihrem Solidaritätsgedanken gewährleistet nicht nur einen ausgeglichenen Wettbewerb, sie liefert darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Profi-Fußballs und zur Erfüllung seiner vielfältigen Aufgaben", erklärte Rauball.

Das Kartellamt hatte das Modell der DFL für die Spielzeiten bis 2015 nach zehnmonatiger Prüfung als nicht verbraucherfreundlich zurückgewiesen. Knackpunkt war die zeitnahe TV-Zusammenfassung am Samstag im frei empfangbaren Fernsehen. Die DFL hatte eine Variante ausgeschrieben, wo dies erst ab 22 Uhr vorgesehen war.

Die Profivereinigung geht davon aus, dass der Rechtsstreit ein bis zwei Jahre dauern könnte. Notfalls wollen Rauball und Co. sogar bis vor den Bundesgerichtshof und den Europäischen Gerichtshof ziehen. Parallel führen die Funktionäre um Rauball und Geschäftsführer Christian Seifert Gespräche mit Politikern, um eine europaweit einheitliche Gesetzgebung zu erreichen.

jok/dpa



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