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17. Juli 2000, 15:05 Uhr

U-18-EM

Fehlstart für die DFB-Jungs

Nach dem blamablen EM-Aus der Nationalmannschaft droht dem DFB-Nachwuchs beim Turnier im eigenen Land das gleiche Schicksal. Zum Auftakt gab es gegen die Ukraine eine 0:1-Niederlage.

Zweikampf zwischen Christian Mikolajczak (r.) und Witalij Lysytsky
AP

Zweikampf zwischen Christian Mikolajczak (r.) und Witalij Lysytsky

Mannheim - Mit einem klassischen Fehlstart begann für Trainer Uli Stielike und die U-18-Auswahl des DFB die Europameisterschaft im eigenen Land. Die Mannschaft verlor nach einer schwachen Leistung am Montag das erste Gruppenspiel in Mannheim 0:1 (0:0) gegen die Ukraine. Dem DFB-Nachwuchs, auf dem viele Hoffnungen und Erwartungen ruhen, droht nun das gleiche EM-Schicksal wie der A-Nationalmannschaft. Nur noch ein Fußball-Wunder mit Siegen gegen die Niederlande und Kroatien kann das Aus in der Vorrunde verhindern. Top-Favorit Niederlande gewann das Parallelspiel 3:0 gegen Kroatien.

"Die Enttäuschung ist riesengroß. Im Spiel nach vorne haben wir zu viele Fehlpässe produziert. Wir konnten den Schalter von Defensive auf Offensive nicht umlegen. Die Abwehr stand mit Ausnahme des Gegentors super, kämpferisch haben die Jungs alles gegeben", lautete die Analyse von DFB-Trainer Stielike. Das einzige Tor in einer Partie mit kämpferischen Akzenten fiel in der 63. Minute durch Byelik. Nach einem schönen Flankenlauf von Gerasymenko war der Stürmer aus Donezk schneller als die deutschen Abwehrspieler und schob den Ball am chancenlosen Leverkusener Torhüter Tom Starke vorbei ins Netz. Auch der Karlsruher Michael Zepek, der noch zu den besten deutschen Spielern zählte, konnte den Treffer nicht verhindern.

Der deutsche Nachwuchs legte die große Nervosität in fast keiner Phase des Spiels richtig ab. Neben den vielen Fehlpässen fiel auch die Ideenlosigkeit beim Spielaufbau negativ ins Gewicht. Die sichere Abwehr der Ukraine stand felsenfest. Dagegen verstolperte der in Dortmund spielende Bendowskyi bereits in der 25. eine klare Torchance für die Gäste. "Die Ukraine spielt sehr beweglich, ballsicher und aggressiv. Wir hatten fast keine Torchance", urteilte in der Halbzeitpause Freiburgs Bundesliga-Trainer Volker Finke als aufmerksamer Beobachter im Carl-Benz-Stadion.

Die überwiegend jugendlichen Fans hofften nach dem Seitenwechsel vergeblich auf einen Umschwung. Die Einwechslung von Benjamin Auer (Borussia Mönchengladbach) und Lars Jungnickel (Dynamo Dresden) verlieh dem deutschen Angriffsspiel zumindest in den letzten zehn Minuten mehr Druck. Doch der Ruck ging zu spät durch das Team. Benjamin Lauth (TSV 1860 München/84.) und zwei Mal Auer (88./89.) hatten mit ihren Schüssen kein Glück oder scheiterten am Gäste-Torwart Rudenko. Auch der Platzverweis für den Ukrainer Witalij Lysytsky in der Schlussminute änderte am Sieg des Außenseiters nichts mehr. "Es ist für mich eine Riesenenttäuschung, im eigenen Stadion zu verlieren. Jetzt müssen wir die beiden nächsten Partien gewinnen", sagte der Mannheimer Selim Teber.

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