Blamage bei U21-EM Portugal zerlegt Hrubeschs Team

Was für eine Pleite im Halbfinale der U21-EM: Gegen Portugal war die Auswahl des DFB hoffnungslos überfordert. Die Südeuropäer tanzten zu einem ungefährdeten 5:0-Erfolg.

DPA

Vor der Partie hatte Trainer Horst Hrubesch noch Zuversicht im Übermaß verbreitet. Er sei überzeugt davon, dass sein Team Gegner Portugal im Halbfinale der U21-Europameisterschaft besiegen werde. Mit dieser Einschätzung hatte sich der Coach allerdings nachhaltig geirrt. Die Portugiesen führten das deutsche Team teilweise regelrecht vor. Schon zur Pause führten die Südeuropäer 3:0, am Ende stand es gar 5:0 für Portugal, das hochverdient ins Endspiel einzog.

Die DFB-Auswahl war fast unverändert gegenüber dem 1:1 gegen Gastgeber Tschechien in die Partie gegangen. lediglich der Neu-Schalker Johannes Geis war für seinen künftigen Teamkollegen Max Meyer in die Startelf gerückt. Allerdings merkte die Elf von der ersten Minute an, dass man es hier mit einem Gegner eines Kalibers zu tun bekam, das man bei dieser EM bisher noch nicht erlebt hatte.

Mit schnellen Passkombinationen und flinkem Flügelspiel wurde die deutsche Abwehr von Beginn an in Verlegenheit gestürzt. Die Portugiesen, geführt von dem starken William Carvalho von Sporting Lissabon, hätten schon nach einer Viertelstunde in Führung gehen können, als Sergio Oliveira eine Kombination mit einem Pfostenschuss abschloss.

Nach 25 Minuten brachen alle Dämme

Danach kam es dann knüppeldick. In der 25. Minute belohnten sich die Portugiesen mit dem Führungstreffer, als Bernardo Silva vom AS Monaco auf der rechten deutschen Abwehrseite fast unbehelligt durchbrach und Torwart Marc-Andre ter Stegen keine Chance ließ. Gladbachs Abwehrspieler Julian Korb sah dabei unglücklich aus.

Es dauerte sieben weitere Minuten, da stand es schon 2:0. Ein portugiesischer Eckball rauschte ungehindert durch den deutschen Strafraum. Ricardo Pereira konnte den Ball freistehend aus drei Metern über die Linie drücken.

Danach raufte sich das Hrubesch-Team etwas zusammen und kam durch den Berliner Nico Schulz und Amin Younes sogar zu guten Anschlusschancen. Die Hoffnung auf Besserung wurde dann allerdings schnell zerstört. Wieder kombinierten sich die technisch hoch überlegenen Portugiesen durch die deutsche Hälfte. Ivan Cavaleiro schloss oben in den deutschen Torwinkel zum 3:0 ab. Ter Stegen konnte dem Ball erneut nur hinterherschauen.

Geis, der einen überaus enttäuschenden Eindruck hinterließ, blieb in der Pause in der Kabine. Meyer bemühte sich ab diesem Zeitpunkt um mehr Linie im deutschen Spiel. Er konnte das ungefähr 30 Sekunden versuchen, da stand es schon 4:0 für Portugal. Ein Distanzschuss von João Mário wurde noch abgefälscht und landete erneut im deutschen Tor. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Spiel gelaufen. Die DFB-Elf mühte sich noch um einen Ehrentreffer, aber alles wirkte viel zu harmlos.

Auf der anderen Seite setzte Ricardo Horta noch eins drauf. In der 71. Minute profitierte er erneut von einem amateurhaften Defensivverhalten des DFB-Teams und verwandelte eine Flanke aus kurzer Distanz zum fünften portugiesischen Tor. Noch nie hat ein deutsches U21-Team so hoch verloren. Der in der zweiten Hälfte erst eingewechselte Hannoveraner Leonardo Bittencourt sah wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte (75. Minute). An diesem Tag passte alles zusammen.

Mit dem Halbfinale ist also Endstation für das DFB-Team bei diesem Turnier. Die Olympia-Qualifikation hat man in Tschechien geschafft. Das bleibt als Erfolg stehen. Allerdings muss man auch bilanzieren: Von vier Spielen bot das DFB-Team letztlich drei enttäuschende Vorstellungen. Lediglich beim 3:0 gegen Dänemark zeigte die Mannschaft, was in ihr hätte stecken können.

Portugal - Deutschland 5:0 (3:0)
Tore:
1:0 Bernardo Silva (25.)
2:0 Ricardo (33.)
3:0 Ivan Cavaleiro (45.+1)
4:0 Joao Mario (46.)
5:0 Ricardo Horta (71.)
Portugal: Jose Sa - Esgaio, Oliveira, Figueiredo, Guerreiro (64. Joao Cancelo) - João Mário, Carvalho, Oliveira - Ricardo, Bernardo Silva (50. Rafa Silva), Cavaleiro (46. Horta)
Deutschland: Ter Stegen - Korb (87. Klaus), Ginter, Heintz, Günter - Geis (46. Meyer) - Younes, Can, Kimmich, Schulz (50. Bittencourt) - Volland Schiedsrichter: Sidiropoulos
Zuschauer: 9876

aha



insgesamt 97 Beiträge
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ProbeersEinfach 27.06.2015
1.
Ter Stegen ist Lichtjahre von Neuer entfernt, Can ist höchstens ein Schweinsteigerchen und der Rest von der hochgelobten Truppen sind meist nur Mitläufer.
harlaching 27.06.2015
2. wieder ein Beweis
wie schwach die BL ist. und das der BL Meister keine Scoutibgabteilung hat, denn wie kann man denn nur einen Ukraine Söldn er als Hammer Verpflichtung hochjubeln wenn in einer wie William Nr.6 in Portugal durch die Gegend springt
irobot 27.06.2015
3. Dieter Nuhr
"Ich weiß gar nicht mehr, wann wir jemals so verdroschen worden sind. OK, Stalingrad. ... Aber da haben wir uns wenigstens gewehrt."
Discordius 27.06.2015
4. warum blamage
gegen gedopte gegner kann man nicht so leicht gewinnen
mao69 27.06.2015
5. Verdient, H. Hrubesch
wer hartnäckig, z.B., einen Maxi Arnold auf der Bank versauern lässt. Der Hass auf den VfL, wo er kläglich versagt hat, muss noch gross sein.
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